Kategorie: No Regrets

Schenken 2.0 – Gönn‘ dir deinen Genuss

… besonders in der stressigen Vorweihnachtszeit. Schokolade ist purer Selbstgenuss, nicht nur zur Weihnachtszeit verführerisch. Wir schicken dir ein kleines, fein verpacktes Genusspaket mit Baileys Truffles. Einfach, unkompliziert und mit einer unserer coolen Grußkarten. 

Die Botschaft: No Regrets, was sonst. Als Aufmerksamkeit für die beste Freundin, die Mama, die dir immer den Rücken frei hält oder ganz für dich. Was dich das alles kostet? Nicht mehr als einige Minuten Zeit, darüber nachzudenken, ob du dir damit selbst eine Freude machen willst oder lieber gleich einen Stift aus dem Köcher ziehst, um die Karte zu beschreiben.

Wer sich bis zum 05. Dezember 2019 registriert, kann die Woche drauf mit dem Paketboten rechnen. Genuss verschenken? Gerade zur Vorweihnachtszeit funktioniert Schokolade wie am Schnürchen.

Wir haben 300 Päckchen gepackt. Was weg ist, ist weg. Hier wählst du einfach aus, welche Karte wir deinem leckeren Päckchen beilegen sollen. (Solange der Vorrat reicht. Sollte dein Wunschmotiv nicht mehr verfügbar sein, wählt die Redaktion ein Motiv für dich aus.)

 

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Vintage Style – Not Vintage Values

Geschmackvoll, was Foodbloggerin Caro von Frau Herzblut da trägt. Aber sieht so kompromissloser Genuss aus? Der Stil atmet doch eher die muffige Luft biederer Rollenklischees, oder? Weit gefehlt. „Vintage Style not Vintage Values“, kontert Caro und bringt den Mut zur zeitlosen Eleganz gegen die langweilige Massenuniformierung unserer Tage in Stellung. Na, Herzblut geleckt? Steht alles im Interview. Hollywoodschinken und Veilchentorte, Swing und Jazz kommen auch vor – gehört wird aber nur von Vinyl, damit das mal klar ist.

Sollen wir dich Frau Herzblut nennen oder gefällt dir Carolin, wie du mit bürgerlichem Namen heißt, dann doch besser?

Ganz klar Carolin. Denn neben meinen Blog „Frau Herzblut“ tue ich ja noch ganz viele andere Dinge – u.a. bin ich gelernte Fotografin, studierte Designerin und Foodstylistin.

Du bist professionelle Fotografin und kommst aus der klassischen Werbung. Wie wurde aus der Businessfrau Carolin Strothe der Genusssmensch Frau Herzblut?

Businessfrau und Genussmensch schließen sich auf keinen Fall aus  – klassische Werbung trifft es nicht unbedingt. Bei mir war es eher eine Mischung aus Editorial Design, Publishing, Corporate Design und Marketing.
Die Liebe zu gutem Essen, Kochen und Backen wurde mir bereits in die Wiege gelegt. Denn ich bin in den Gärten meiner Eltern und Großeltern aufgewachsen. So habe ich schon ganz früh gelernt, wie eine von der der Sonne gereifte, frisch geerntete Erdbeere oder Tomate schmecken. Meine Großmutter hat mir das Kochen früh beigebracht. Über die Jahre sind dann immer mehr Ideen und Rezepte entstanden, die ich seit 6 Jahren u.a. auf meinem Blog teile.

Essen und Genuss waren schon immer ein besonders enges und glückliches Paar – das heute aber gleichzeitig seine naive Unschuld verloren hat. Wie wir uns ernähren, ist rechtfertigungsbedürftig geworden. Sind die Genusszeiten vielleicht schon bald vorbei?

Es gibt heute wesentlich mehr Menschen als noch vor 40 oder 50 Jahren, die sich viel mehr Gedanken über ihre eigene Ernährung machen. Vielleicht machen sich einige auch etwas zu sehr verrückt oder schieben sämtliche Malessen auf eine ungünstige Ernährung. Genauso gut gibt es sicher Menschen, die einfach gern dem guten Essen fröhnen. Ernährung hat Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Daran besteht heute aus wissenschaftlicher Sicht kein Zweifel mehr. Dass sich Genuss und gesünderes Essen nicht ausschließen, zeige ich zusammen mit meinem Mann in unserem Backbuch „Einfach natürlich backen“.

„Wie schon Paracelsus sagte, macht bekanntlich die Dosis das Gift.“

Vor allem deine Süßspeisen von Torten bis Eiscreme lassen uns das Wasser im Mund zusammenlaufen, sind aber eindeutig nichts für die Diätküche. Wie schafft Frau es, diese köstlichen Kunstwerke guten Gewissens zu genießen?

Wie schon Paracelsus sagte, macht bekanntlich die Dosis das Gift. Unter der Woche greife ich am liebsten zu gesunden Snacks wie Gemüse, Obst und Nüssen. Kuchen und Torten sind vor allem etwas zum Genießen und Teilen mit Familie und Freunden für das Wochenende. Dazu kommt, dass ich schon sehr lange für meine Rezepte keinen weißen Industriezucker verwende und alternative Süßungsmittel wie Vollrohrzucker mit Bedacht einsetze. Außerdem liebe ich es, mit alten Getreidesorten wie Dinkel, Emmer oder Einkorn (alle drei sind übrigens Weizenarten) sowie saisonalem Obst zu backen. Damit sind meine süßen Rezepte vollwertiger und nicht so süß wie konventionelle Kuchen oder Torten.

Essen und Kochen sind deine Leidenschaften. Aber da ist ja noch mehr… Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Am ehesten als eine Mischung aus 1930er und 1940er. Sicher auch etwas 1950er. Besonders dogmatisch bin ich damit nicht. Insgesamt inspiriert mich die gesamte Swingära, da ich Lindy Hop tanze, Swingmusik liebe und gern alte „Hollywoodschinken“ schaue.

Die Zeit, für deren Stil und Mode du dich begeisterst, steht für eine klare, ultrakonservative Rollenaufteilung zwischen Mann und Frau. Was bringt eine moderne, selbstbewusste und erfolgreiche Frau dazu, sich ausgerechnet diesen Stil zum Vorbild zu nehmen?

Vintage Style, not Vintage Values. Bereits ab den 1920ern gab es jede Menge selbstbewusste Frauen, die einen liberalen, gleichberechtigen Lebenstil und Haltung vertraten. Ein gutes Beispiel dafür ist sicher Katherine Hepburn. Ihre hoch geschnittenen und weiten Hosen waren irgendwie auch Ausdruck für eine selbstbewusste und mit Männern gleichgesetzte Person. Das sieht man auch gut an den weiblichen Figuren in einigen Hollywoodfilmen dieser Zeit. Zudem habe ich das Gefühl, dass diese konservative Rollenaufteilung auch nur in den 1950ern noch einmal eine kleine Renaissance erlebte. Genau dieses Bild haben vielleicht einige Menschen im Kopf, wenn sie an Vintage denken.
Ich liebe am Vintagestil vor allem die zeitlose Eleganz. Diese vermisse ich in Zeiten der Massenuniformierung und des Verschwindens von Subkulturen.

„Vintage Style, not Vintage Values.“

Hast du wirklich gar keine Angst, ein reaktionäres Frauenbild zu bedienen und vielleicht auch Zuspruch von der falschen Seite zu erhalten?   

Nicht wirklich. Viele Konservative finden das sogar komisch (siehe die britische Chap-Bewegung – die Nachfolger der Dandys). Wer sich einmal Milieustudien wie Sinus oder Sigma ansieht, wird schnell erkennen, dass Vintageelemente von liberalen und experimentierfreudigen Gruppen geschätzt werden. Diese setzen Vintagestyle und Retromode in neue Kontexte.

Gibt es eigentlich auch Leute, die generell ein Problem damit haben, wie du dich kleidest bzw. dass du ganz offen deinen Retro-Stil pflegst? Oder kommst du nie wirklich in die Verlegenheit, dich entschuldigen oder zumindest dafür rechtfertigen zu müssen?

Ganz im Gegenteil. Relativ häufig werde ich auf der Straße von wildfremden Menschen angesprochen, die meinen Stil sehr mögen und gut finden. Viele davon geben manchmal zu, dass sie sich auch gern individueller stylen würden und es sich jedoch nicht trauen. Manchmal ist es etwas ulkig, wenn mich Menschen den 1960ern oder 1970ern zuordnen. Da heißt es dann: „Hey, du machst doch einen auf 1960er. Cool!“ …

Brauchst du als Foodbloggerin heute auch in Mode- und Lifestylefragen einen eigenen Stil, um dich bei der starken Konkurrenz durchsetzen zu können? Überspitzt gefragt: Sollten die Rezepte nicht vielmehr für sich sprechen?

Nicht zwingend. Dennoch kann es hilfreich sein, mit einem individuellen Stil ganz bestimmte Assoziationen und Bilder in den Köpfen der Menschen aufzubauen oder ein bestimmtes Narrativ damit zu bedienen. Am Ende funktioniert ein „Influencer“ ja auch als Marke, die für eine ganz eigene Bedeutungswelt steht.

Haben wir noch etwas Wichtiges vergessen, das wir dich unbedingt hätten fragen sollen?

Vielleicht, ob ich den ganzen Tag nur Swing und Jazz höre. In der Tat hören wir Zuhause bis auf ein wenig Radio (der Nachrichten halber) viel Swingmusik: natürlich stilgerecht von Platte.

Danke dir für das erfrischend ehrliche Gespräch.

www.frauherzblut.de

Wer fühlen will, muss hören

Eine gute Idee, eine große Portion Selbstvertrauen, und keine Angst vor schwer zu überwindenden Tabus: Mit ihrem Portal femtasy stellt Nina Julie Lepique die männliche Pornowelt auf den Kopf. Schmuddelfilmchen gibt es bei ihr nicht, denn Frauen funktionieren anders. Wie genau, warum Hören dabei viel wichtiger ist als Sehen und was das alles mit körperlicher Selbstliebe zu tun hat, das hat Nina uns im Interview erzählt.

Das Motto unseres Blogs lautet „Das Magazin für Frauen, die sich für nichts entschuldigen“. Kannst du dir vorstellen, warum wir uns wahnsinnig auf das Interview mit dir gefreut haben?

….so gar nicht 😉

Wie kommt man eigentlich mit 24 auf die Idee, eine Plattform für erotische Hörgeschichten zu gründen?

Ach, das ist gar nicht sooo abwegig. Zunächst einmal habe ich einen sehr offenen Freudeskreis. An einem unserer gemeinsamen Abende, an denen wir uns immer ausgelassen über alles Mögliche unterhalten, kam auch das Thema Sex und Erotik auf. Es wurde schnell klar, wie unzufrieden viele meiner Freundinnen mit dem Angebot an erotischen Inhalten waren: zu schmuddelig, zu visuell, zu wenig auf Frauen ausgerichtet. Da hat es bei mir „klick“ gemacht und ich habe mir gesagt: „Das kannst du ändern.“ Als ich dann noch ein Interview mit einem sehr bekannten, deutschen Sexualforscher gelesen habe, der sagte, dass Frauen viel weniger visuell orientiert seien als Männer, war die Idee für femtasy geboren: Frauen wollen Sex-Geschichten viel lieber hören statt sehen!

Was erwartet die Frauen, die sich auf femtasy in ein erotisches Abenteuer stürzen wollen? „Shades of Grey“ oder eher… ?

Erotische Tonaufnahmen jeglicher Couleur – von sanft bis derb, von homo bis hetero, von wertschätzend und umschreibend bis ganz konkret und heiß. Jede Frau ist anders, also bieten wir für jeden Typ und jede individuelle Phantasie die perfekte Aufnahme. Halbe Sachen funktionieren da nicht und vor allem gibt es keinen Grund, sich für ganz private Vorlieben zu schämen oder komisch zu fühlen. Ganz im Gegenteil: Wir sollten es uns viel öfter so richtig gut gehen lassen und unsere eigene Sexualität in vollen Zügen genießen.

Was hat eigentlich deine Familie dazu gesagt, dass du mit „Pornos für die Ohren“ Karriere machst? Die Frage zielt natürlich darauf ab, ob du dich oft rechtfertigen musst, für das was du tust?  

Ha, die Frage habe ich erwartet. Ihr seid nämlich nicht die Ersten, die das interessiert. Ich habe, entgegen der Erwartungen vieler Menschen, fast ausschließlich positive Reaktionen und Kommentare erhalten. Ein Grund dafür ist, dass die Gleichstellung von Mann und Frau quer zu allen gesellschaftlichen Bereichen endlich die breite Aufmerksamkeit bekommt, die so wichtig ist, um Veränderungen anzustoßen. Mit femtasy ein kleiner Teil davon zu sein, macht mich schon ein wenig stolz. Wir bekommen als Team hinter femtasy auch wirklich viel Zuspruch – übrigens auch von vielen Männern.

Pornos wurden und werden in der Regel noch immer überwiegend für Männer gemacht. Die Dialoge sind dabei an – sagen wir – Schlichtheit oft kaum zu überbieten. Ihr dreht den Spieß um. Braucht der weibliche Genuss vielleicht einfach mehr Worte statt noch mehr Bilder?

Nicht immer – weibliche Sexualität ist nicht per se „komplizierter“ oder eloquenter als die männliche Sexualität. Doch sie lebt viel stärker von der Fantasie als von der Visualität. Unsere Bilder entstehen im Kopfkino und das wird über gehörte Geschichten einfach viel intensiver angeregt als über schon mitgelieferte Bilder, die uns zeigen, was wir sehen sollen. Wir sind die Regisseurinnen. Jede von uns dreht ihren ganz eigenen Film.

Es gibt das lustige Klischee, dass Frauen, die Telefonsex anbieten, Pullis stricken oder Tee kochen, während der Mann am anderen Ende der Leitung Richtung Gipfel marschiert. Wird bei Euch im Tonstudio auch gestrickt und Tee getrunken? 

Haha! Nein… bei uns gibt es – anders als bei den meisten Sexhotlines übrigens 😉 – keine „festen Arbeitszeiten“ für unsere Sprecher/innen. Die sollen ihre Texte nämlich nur dann einsprechen, wenn sie wirklich in der richtigen Stimmung sind… Authentizität ist uns total wichtig.

Eine gesunde Selbstliebe – auch die körperliche – ist doch das Natürlichste auf der Welt. Hat eure Umfrage unter 1.500 Frauen Euch verraten, warum das Thema gerade bei Frauen noch immer ein Tabu ist? Oder ist es das gar nicht?

Doch, schon. Nur knapp 40 Prozent der Frauen sprechen mit engen Freundinnen oder ihrem Partner über Selbstbefriedigung. Das ist ein erstaunlich kleiner Teil, wenn man bedenkt, dass unsere Umfrage auch ergeben hat, dass sich im Schnitt 9 von 10 Frauen selbst befriedigen.

„Count your orgasms. Not your calories.“

Von sanft über intensiv bis hardcore bietet ihr inzwischen über 100 verschiedene Fantasien an. Die Stories schreibt ihr aber nicht alle selbst, oder? Woher kommen die Ideen und die Sprecher/innen, die all die Geschichten einsprechen?

Wie schon angesprochen, ist uns Authentizität extrem wichtig. Die Geschichten entstehen deshalb auch nicht am Reißbrett. Tatsächlich basieren alle Hörspiele auf tatsächlichen Erlebnissen oder echten Fantasien von echten Frauen – wir haben eine ganze Reihe an tollen Autorinnen, die über Themen schreiben, die sie sich selbst aussuchen. Bewerben kann sich bei uns übrigens  jeder/jede als Sprecher/in oder Autor/in.

Moment, braucht man/frau dafür nicht ein gewisses Talent, zumindest aber ein erotisches Timbre in der Stimme?

Wer gut ankommt und auf femtasy einen Platz bekommt, entscheiden bei uns vor allem unsere Nutzerinnen. Insofern: einfach ausprobieren!  Die Bewerbung selbst ist dann wirklich superleicht. Auf unserer Seite kann sich jeder als Sprecher/Sprecherin oder als Autor/Autorin bewerben. Über einen Auswahlprozess gelangt ihr dann in unseren „Lieblingsstimmen“- und Super-Texter-Kader 😊 Alle Aufnahmen und Geschichten, die wir vertonen, stammen zu 100 Prozent aus unserer eigenen Produktion.

Hast du einen abschließenden Rat an all die Frauen, denen es schwer fällt, sich selbst frei und ohne eigene Scham zu genießen?

Einfach fallen lassen – auch wenn es zuerst schwer fallen mag. Nimm dir Zeit für dich selbst und gib dir die Chance, dich selbst zu erkunden, dich auf eine Reise zu begeben und Neues zu entdecken. Unsere Aufnahmen helfen sicherlich auch dabei, die eigene Fantasie zu entfalten und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Es kann auch helfen, wenn du dich selbst in eine ganz andere Welt träumst – vielleicht sind dort Dinge für dich möglich, die du dir im realen Leben gar nicht zugetraut hättest? 🙂

Dank dir für das erfrischend ehrliche Gespräch.

www.femtasy.com

Keine Filter. Schönheit hat Ecken und Kanten.

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Toyah Diebel hat viele Follower. Aber nicht weil sie so gute Schminktipps gibt, oder in dutzendfach kopierter Pose am Strand Selfies macht. Sie will keine Influencerin sein – und ist deswegen vielleicht genau das. Bei uns erfahrt ihr, wie sie das macht.

Wir haben lange überlegt, wie wir dich in der Einleitung ankündigen: Influencerin, Buchautorin, Satirikerin? So richtig glücklich fühlten wir uns aber mit keiner Alternative. Vielleicht stellst du dich selbst einmal vor. Du weißt vermutlich am besten, wer du bist und wofür du stehst.

Die Frage nach dem “Was bist du eigentlich?” wurde mir bisher schon so oft gestellt, dass ich eigentlich langsam mal eine Antwort darauf haben müsste. Wahrscheinlich ist es aber einfach eine Mischung aus den von dir genannten Titeln – einfach alles sein wollen und trotzdem nix können… voll so Generation Y-mäßig, oder? Gut, bei dem Wort ‘Influencerin’ wird mir aber dann doch leicht übel. Lassen wir das weg.

Geht klar. Suchen wir Instagramfilter und Bilder vom letzten Coachella Festival deshalb vergeblich bei dir? Stattdessen zeigst du dich mit Augenringen und liest aus deinen alten Tagebüchern peinliche Anekdoten vor. Die naheliegende Frage lautet: Warum tust du das?

Einfach weil das Dinge sind, die ich selbst gerne bei anderen sehe. Ich mag Leute, die lustig sind, echt sind oder mehr von sich zeigen als ihre Lieblingsfilter. Ich hab auch das Gefühl, dass die meisten Leute gelangweilt davon sind, immer nur Schminke, Selfies und durchtrainierte Models an Infinity-Pools in ihren Feeds zu sehen. Irgendwann will man doch auch mal richtigen Content, will unterhalten oder informiert werden.

„Nur gut auszusehen, reicht mir persönlich einfach nicht. Ich möchte dass Leute mir Anerkennung schenken für das was ich kann, weil es das ist was ich bin.“

Ist das nicht die pure Verweigerung am Selbstgenuss, den die Socials doch so herrlich einfach machen?

Es wäre glatt gelogen, würde ich behaupten, dass ich nicht auch gerne schöne Bilder von mir sehe und die auch ab und zu mal poste. Wenn man dann auch noch Likes dafür bekommt, übergibt sich der hauseigene Endorphin-Haushalt schwallartig und das kann schnell süchtig machen. Gerade deshalb sollten wir uns aber die Frage stellen, warum es uns oft reicht, nur für das eigene Aussehen beklatscht zu werden, vor allem wenn noch Face-Tune und Co. mit im Spiel sind. Nur gut auszusehen, reicht mir persönlich einfach nicht. Ich möchte dass Leute mir Anerkennung schenken für das was ich kann, weil es das ist was ich bin.

Wird dir eigentlich oft vorgehalten, dass du anderen den Spaß verleidest, indem du dich über den Mainstream lustig machst?

Wenn ich sehe, mit welcher Ernsthaftigkeit mir zum Beispiel eine Bloggerin erklären will, warum der Haferschleim von Marke XY WIRKLICH DER ALLERBESTE IST, muss ich eben lachen. Dazu kommt, dass jeder, der ein öffentliches Profil hat – und damit auch ganz eindeutig in der Öffentlichkeit stehen möchte – damit klarkommen muss, dass nicht nur Herzchen-Smileys kommentiert werden. So ist das eben in den sozialen Medien: Nichts bleibt ohne Wirkung. Alles, was man macht, hat Konsequenzen.

Und wie gehst du generell mit Kritik, aber auch mit Spott und Häme um?

Kritik findet wahrscheinlich niemand angenehm, weil man sich dann eventuell eingestehen muss, etwas falsch gemacht zu haben. Sofern diese Kritik aber konstruktiv ist, finde ich es wahnsinnig wichtig, dass sie auch geäußert wird. Missstände ändern sich sicherlich nicht dadurch, dass alle die Klappe halten. Auf mich bezogen kann ich sagen, dass ich mir auch schon den einen oder anderen Fauxpas geleistet habe, aus dem ich aber auch nur deshalb lernen konnte, WEIL es Kritik gab.

Bei Spott und Häme verhält sich das ein wenig anders. Vor allem dann, wenn sie nur angewendet werden, um eine Person vorzuführen oder willentlich zu verletzen. Beleidigungen und Hass sind ein großes Problem in den sozialen Medien, das wir nur ausmerzen können, wenn wir a) nicht selbst zum Täter werden und b) die Opfer verteidigen.

Du bist auch Autorin. Dein Debut trägt den Titel “Weiber“ und den kaum weniger provokanten Untertitel “Von Dinkelmüttern, Powerfrauen und anderen Emanzen“. Warum so angriffslustig gegen das eigene Geschlecht?

Das Buch erscheint am 14. Oktober und ich hoffe, dass ich keinen Schrott geschrieben habe. Gute Werbung, oder? Wahrscheinlich war aber genau das auch die Angst all derer, die schon mal ein Buch geschrieben haben: direkt mit dem Debut zu versagen. Aber egal, dann schreib ich halt noch eins. “Weiber“ enthält viele Kurzgeschichten über Frauen, in denen sich sicherlich auch der eine oder andere Mann (!) wiedererkennen wird. Es ist ein Buch geworden, das sich selbst nicht zu ernst nimmt und im günstigsten Fall noch einige Denkanstöße liefert. Mal sehen, was kommt. Ich lasse mich überraschen. Der Untertitel ist entstanden, als ich darüber nachgedacht habe, über was für Frauen ich eigentlich schreiben will, und dabei direkt auf die üblichen Stereotype hereingefallen bin. Wenn eine Frau Power hat, scheint das etwas so Besonderes zu sein, dass man extra ein eigenes Wort dafür erfinden muss. Bei Männern wird die Power vorausgesetzt, deswegen gibt es auch keinen Powermann.

Hast du eigentlich einen Plan B in der Tasche, falls die digitale Öffentlichkeit mal das Interesse an deiner Person verliert? Denn letztlich geht es doch bei dem, was du tust, zentral um deine Person.

Ha, die Achillessehne jeder Person, die in der Öffentlichkeit steht! Und machen wir uns nichts vor: nur weil es gerade gut für mich läuft, heißt das nicht, dass das in drei Monaten auch noch so sein wird. Wir leben in einer enorm schnelllebigen Zeit, in der die Aufmerksamkeit ebenso fix wieder verschwindet, wie sie gekommen ist. Eben bekommt man noch mächtig viel davon, schon steht man wieder im Schatten. Tja, es spricht also viel dafür, dass ich mir langsam mal Gedanken machen sollte, was passiert, wenn Instagram abfackelt. Immerhin habe ich jetzt schon einmal ein Buch geschrieben. Als nächstes wandere ich dann vielleicht mit einem Kamera-Team nach Mallorca aus oder sitze in irgendeiner Jury. Oder ich höre einfach auf meine Oma. Die hat mich vor zwei Wochen angerufen und gesagt: “Du, Toyah, ich weiß nicht, was du da machst, aber vielleicht studierst du besser noch mal.”

Ganz offensichtlich gehörst du zu den Frauen, die sich nicht permanent dafür entschuldigen, dass sie ihr Leben leben, wie es ihnen gefällt. War das bei dir schon immer so oder gab es auch andere Zeiten?

Mir wurde mehr als einmal gesagt, dass ich mich weiblicher verhalten solle, wenn ich in der Öffentlichkeit erfolgreich sein will. Soll heißen, ich bin zu laut, zu vulgär, zu, zu, zu… Im Klartext: Für ´ne Lustige nicht dick genug, für ´ne Hübsche nicht hübsch genug. Von der Produktionsfirma, die mir geraten hat, fünf Kilo abzunehmen, bis zu “Eine Dunkelhaarige haben wir leider schon” war eigentlich alles dabei. Klar ist es irgendwie frustrierend, all diesen Forderungen nicht gerecht werden zu können. Abhilfe schafft aber eine gute Prise Größenwahn. Zum Glück hatte ich genug davon, um einfach weiter zu machen.

Ganz ehrlich: Bist du so etwas wie ein Erfolgsmodell? Also meinst du, jede Frau hat das Zeug, sich so mutig gegen geltende Konventionen zu stellen und dabei auch noch anderen den Spiegel vorzuhalten?

Mir selbst hat es definitiv an Leitbildern gefehlt, die mir hätten vorleben können, dass es völlig in Ordnung ist, so zu sein, wie man eben ist. Wenn ich heute sehe, dass etwa junge Mädchen völlig unrealistischen Schönheitsidealen hinterhereifern, die das Ergebnis von Photoshop oder diversen Operationen sind, dann fühle ich mich irgendwie verpflichtet, dagegen zu halten. Dass mein Kanal dann so viel Anklang findet, zeigt ja nur, dass viele das offenbar genauso sehen – und das ist toll.

Gibt es noch irgendetwas, das du schon immer mal loswerden wolltest? Dann ist hier und jetzt die Gelegenheit dazu…

Weiber an die Macht.

Dank dir für das erfrischend ehrliche Gespräch.

Wortgewaltig, aber friedlich

Kein Platz für Konventionen.

Sie geht mit ihren Worten auf die Bühne, um Menschen etwas mitzuteilen, um zu bewegen und zum Nachdenken anzuregen. Und sie unterstützt andere Menschen dabei, sich mit der eigenen Stimme Gehör zu verschaffen. Spoken-Word-Künstlerin, Rapperin und Powerfrau Jessy James LaFleur über ein selbstbestimmtes Leben ohne Schubladen und Konventionen.

Jessy, als Spoken-Word-Künstlerin hast du tagtäglich mit Worten zu tun. Welche Bedeutung haben Worte in deinem Leben?

Worte sind mir superwichtig! Eigentlich hat alles damit angefangen, dass ich aus dem Dreiländereck komme – ich bin Ostbelgierin. Und von 11 Millionen Belgiern gibt es nur rund 78.000 Menschen, die Deutsch sprechen. Es gibt da also eine sprachliche Minderheit, und so wächst man in einem Land auf, in dem man gar nicht so richtig dazugehört. In der Schule hatte ich Französisch und Deutsch, später auch Englisch und Niederländisch, und war damit die ganze Zeit in einer Art Sprachenkampf, weil ich mich weder in Deutschland noch in Belgien zugehörig gefühlt habe. Das kann sehr auf die Stimme schlagen, sodass ich in meiner Kindheit und Jugend oft das Gefühl hatte, die „falsche“ Sprache zu sprechen.

Was hast du gemacht, um dich aus diesem Gefühl zu befreien?

Mit zwölf habe ich angefangen, auf Deutsch zu rappen, und gemerkt: Man hört mir zu. Sobald ich meine Worte künstlerisch verpacke, interessiert die Sprache plötzlich niemanden mehr. Leute finden das irgendwie gut, wenn man coole Reime macht, Metaphern oder gute Wortspiele kreiert. Ich hatte eine schwere Jugend, und Worte haben mich immer davon abgehalten, Mist zu bauen. Drogen genommen oder getrunken habe ich nie, auch dann nicht, als ich für kurze Zeit auf der Straße gelebt hatte. Mit 16 hatte ich außerdem die Schule abgebrochen und wusste nicht so richtig, wohin mit mir. Dass ich zu der Zeit in einer Art Wortkollektiv war und Menschen um mich hatte, die dasselbe machen wie ich, das war sehr, sehr viel wert. Und das war auch der Grundstein für die sozial engagierte Arbeit, die ich heute mache.

Wann kam denn für dich die Entscheidung, dich mit deinen Worten auf eine Bühne zu stellen?

Da war ich 13! Ich hab davor schon ganz viele ganz schreckliche Liebesgedichte über einen Jungen verfasst. Das war grauenhaft, er wollte nämlich nichts von mir (lacht). Mit 13 war ich dann mit einer Freundin auf der YOU-Messe in Essen, wo man sich für eine offene Bühne anmelden konnte. Das war mein erster großer Auftritt, da habe ich zum ersten Mal einen meiner Rap-Songs vorgetragen. Es war sehr krass zu sehen, dass die Leute klatschen für etwas, das ich auf der Bühne fabriziert habe. Ich war übrigens auch die einzige Frau mit Hip-Hop auf der Bühne, da hab ich mich damals schon sehr feministisch gefühlt.

Die ganze Szene ist vermutlich ziemlich männerdominiert, oder?

Ja, total. Das war sie immer und wird sie wohl auch immer sein. Ich hab dann aber einfach weitergemacht. Als ich 16 oder 17 war, wollte auch jemand was mit mir aufnehmen. Im Studio fragte er dann aber, ob ich Sachen nicht anders verpacken und eher über Pussys rappen könnte, der wollte mich in irgendeine Schublade packen. Also habe ich das gelassen und weiter mein eigenes Ding gemacht. Früher war es immer mein Traum, Rapperin zu werden. Ich war ein riesiger Fan von Pyranja, einer der ersten deutschen Rapperinnen. Sie war auch die erste Frau, die mich mit ihren Texten und ihrem Können richtig geflasht hat im Hip-Hop.

Warum bist du irgendwann vom Hip-Hop weggegangen und hast mit Spoken Word angefangen?

Als ich mit 18 nach Nizza gezogen bin, hat sich der Hip-Hop eher in die Gangsterschiene entwickelt, das war nicht mein Ding. Meine Idole waren eigentlich Samy Deluxe, Curse, Blumentopf oder Dendemann. Diese Wortspiele, diese Metaphern – das war krass. Der Einfluss hat mich auch bis heute bei meinen Slam-Texten nicht losgelassen. Ich hab mich dem Hip-Hop dann aber einfach nicht mehr zugehörig gefühlt und 2006 in Marseille Poetry-Slam entdeckt. Da gab es einen Künstler, Grand Corps Malade, der es mit einem Album mit Slam-Texten auf Platz eins der Charts geschafft hat. Das war wie Hip-Hop, nur a cappella. Und da wurde mir klar: Ich muss gar nicht die Rap-Schiene fahren. Je schöner und poetischer Worte sind, desto mehr Menschen kann man damit erreichen. Das hat mich so fasziniert, dass ich in Frankreich mit Slam angefangen habe.

Ist das eines deiner Ziele, warum du deine Texte auf die Bühne trägst?

Ich denke, dass wir im Poetry-Slam alle auf die Bühne gehen, um etwas mitzuteilen. Das war in all den über 30 Ländern so, in denen ich aufgetreten bin. Ich glaube aber auch, dass viele die Ursprünge des Spoken Word in der afroamerikanischen Bewegung gar nicht kennen. Die Menschen dort hatten so wenige Privilegien, wurden unterdrückt und nicht gehört und hatten keine Waffen außer ihrer eigenen Stimme.

Versuchst du, diese Geschichte mit deinen Texten weiterzutragen?

Für mich ist es enorm wichtig, mich immer und immer wieder mit diesen Wurzeln auseinanderzusetzen. Auch in meinen Projekten geht es darum, Menschen, die nicht gehört werden, hörbar zu machen – zum Beispiel mit meinem Projekt „Prison Slam“. Seit 2016 findet das in deutschen Hochsicherheitsgefängnissen statt, und ich gebe dort Workshops für die Insassen. Die wenigsten Menschen dort kennen Poetry-Slam, in den Workshops gebe ich ihnen also die Werkzeuge, um auszudrücken, was sie empfinden. Und plötzlich erlebt man, wie viel das mit den Menschen in den JVAs macht, weil sie merken, dass ihr Talent und das Konzept Poetry-Slam eine Alternative zu Kriminalität, Drogen und Gewalt sind.

Du gibst auch Workshops für Kids, oder?

Genau. 2015 habe ich das Projekt „Angeprangert!“ in Celle ins Leben gerufen, nachdem ich dort die erste U20-Landesmeisterschaft im Poetry-Slam für Niedersachsen und Bremen als zweitägiges Festival veranstaltet habe. Also für alle Poet*innen, die das Alter von 20 Jahren noch nicht erreicht haben. Damals gab es nur einen einzigen Slammer aus Celle, und heute stehen über 20 Celler Jugendliche regelmäßig mit ihren Texten auf meiner Bühne, das ist einfach geil. Inzwischen findet „Angeprangert!“ deutschland- und sogar europaweit statt. Wir machen jetzt auch eine Zusammenarbeit mit „Fridays for Future“, außerdem arbeite ich ganz viel an Hauptschulen und Gesamtschulen, aber auch mit Geflüchteten und Aussteigern aus der rechtsradikalen Szene. Ich gehe gern in die Ecken, in denen es wehtut. Denn wenn man den Jugendlichen dort das Gefühl gibt, gehört zu werden, dann hält sie das oft davon ab, Mist zu bauen.

In deinem One-Woman-Business hast du ständig Arbeit um dich rum. Kommst du überhaupt dazu, dein Leben auch zu genießen?

Stimmt, das ist eindeutig ein One-Woman-Business. Ich arbeite auch viel mit Vereinen und meiner Gemeinschaft in Celle, aber die Websites, die Plakate, die Pressetexte, das Booking – das mache ich alles selbst. Und abends baue ich das Büfett auf, stehe selbst auf der Bühne, baue das Büfett wieder ab … Diese Hülle und Fülle an Aufgaben macht es manchmal schon schwer, das Leben „zu genießen“. Aber meine Arbeit ist ganz einfach mein Leben. Klar kann das auch gefährlich werden, wenn man nicht merkt, wann es zu viel ist und dass man eine Pause braucht. Wenn ich mal einen Tag freihabe, denke ich trotzdem, ich müsste eigentlich irgendwas tun. Mein Leben zu genießen bedeutet für mich aber einfach, die Augenblicke meiner Arbeit auszuleben. Letzte Woche war ich zum Beispiel auf einem Literaturfestival in Brüssel. Da bin ich acht Stunden hingefahren für einen 30-minütigen Auftritt – aber die Zeit mit den Menschen dort, die ich viel zu selten sehe, die ist so kostbar. Und da würde ich eindeutig von Genuss sprechen. Ehrlich gesagt: Ich finde diesen Genuss so sehr in meiner Arbeit, dass ich gar nicht wirklich eine Freizeit zum Genießen brauche. Das mache ich einfach in meinem Job.

Betrachtest du deine Arbeit denn als deine Berufung?

Na ja, bei mir gibt es einfach nichts, auf das ich zurückfallen könnte. Ich habe ja keine Berufsausbildung und kann mich nicht einfach in die Uni einschreiben oder in meinen alten Job zurück. Meine Arbeit aufzugeben wäre also ein großer Schritt nach hinten. Und ja, ich sehe sie eindeutig als Berufung. Es ist dieses Gefühl, keine andere Wahl zu haben, aber auch gar keine andere Wahl zu wollen.

„Ich bin eine Frau,
aber ich will einfach keinen
Nachwuchs.“

Gab und gibt es denn in deinem Leben Sachen, für die du dich rechtfertigen musst?

Ach, die ganze Zeit! Ich musste mir so oft anhören, dass ich mein Leben versaut hätte. Die bewusste Entscheidung, die Schule abzubrechen, wird gerade in der deutschen Gesellschaft nicht akzeptiert. Dazu kommt, dass ich mit 28 entschieden habe, keine Kinder zu wollen und mich sterilisieren zu lassen. Und zwar ganz bewusst. Ich bin eine Frau, aber ich will einfach keinen Nachwuchs. Und wenn ich das erzähle, dann kommen Fragen wie: „Aber du bist doch eine Frau, wie kannst du so was tun?“ Es gibt so viele von der Gesellschaft auferlegte Dinge, und wenn man die nicht macht, dann muss man sich ständig rechtfertigen.

Wie gehst du mit diesen Situationen um?

Ich suche immer das Gespräch und frage nach, warum die Leute das so sehen. Und bei vielen merkt man einen inneren Frust, weil sie vielleicht selbst etwas anders machen wollten, sich aber nicht getraut haben, den Schritt dafür zu gehen. Aber du hast jeden Tag die Möglichkeit, eine Wahl für dich zu treffen. Und für die musst du dann eben Verantwortung übernehmen. Ich habe in 14 Ländern gelebt, bevor ich nach Deutschland gezogen bin. Und für meine Entscheidung, statt zu studieren meine Kunst zu machen, habe ich echt kämpfen müssen, das sehen viele nicht. Für viele Menschen ist meine Überzeugung schwer zu verstehen. Aber oft denke ich: Ich halte den Menschen auch einen Spiegel vor, in den sie gar nicht gucken möchten.

Weil du dein Leben vollkommen selbstbestimmt führst, ohne dich in Schubladen stecken zu lassen?

Ja, ganz genau. Ich sage immer: Mach was aus deiner Zeit! Und ich bin total erstaunt darüber, wie viele junge Leute sagen, das ginge in ihrem Alter nicht mehr. Mit 28! Ich kenne tolle Menschen, die mit 50 oder 60 Jahren ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt haben. Für mich gibt es in meinem Leben nur eine wichtige Regel: Jeden Abend, bevor ich die Augen schließe und einschlafe, möchte ich in der Lage sein, sagen zu können, dass ich bis hierhin alles getan habe, was ich in meinem Leben tun wollte. Ich möchte jeden Tag sicher sein, dass ich nichts bereuen oder vermissen würde, sollte ich am nächsten Morgen nicht mehr aufwachen.

Du bist also trotz der vielen Kritik genau den Weg gegangen, auf den du Bock hattest?

Auch, wenn es nicht immer eine bewusste Entscheidung war – ich habe aus jeder Situation das Beste für mich rausgeholt. Ich glaube, dass uns jede Erfahrung weiterhilft, die wir machen, egal ob negativ oder positiv. Wir vergessen so oft, dass Dinge, die uns Narben zugefügt haben, uns zu unglaublich starken Persönlichkeiten machen!

Verrätst du uns zum Schluss noch, was hinter deinem Namen steckt?

Ach das ist eine schöne Frage! Jessy ist mein Vorname, und mein Spitzname war schon immer Jessy James oder JJ. Irgendwann wollte ich dann ein Alter Ego zwischen Hip-Hop und Poesie, und das entstand durch den Text eines meiner größten Idole: Kurt Schwitters, der Dadaist. Auch meine Workshops basieren viel auf Dadaismus, dieser Sinnlosigkeit und Lautpoesie. Ich konnte eigentlich mit Liebesgedichten nie viel anfangen, aber „An Anna Blume“ von Kurt Schwitters, das war einfach BÄM! Und die französische Übersetzung heißt „Pour Eve La Fleur“, das wurde dann also mein Alter Ego. Irgendwann habe ich die beiden Künstlernamen aber zusammengelegt. Und Jessy James, das war dieser Cowboy, der historisch das erste krasse Großverbrechen geplant hat (lacht). Mein Name ist also total beladen mit Bedeutung, der verbindet dieses vorausschauende Visionäre mit einer gewissen Sinnlosigkeit.

Jessy, vielen Dank für das Gespräch.

Wir bereuen gar nichts – tut uns leid

No Regrets – sind wir wirklich ein Magazin oder vielleicht doch eher ein Blog? Sind wir Lifestyle oder Food? Soll bei uns gelacht oder gedacht werden? Vermutlich sind wir von allem etwas – und das ist genau das, was wir beabsichtigt haben. Denn eines wissen wir ganz sicher: Wir von Baileys Chocolate wollen mit No Regrets ein Zeichen setzen und Frauen dazu ermutigen, kompromisslos zu genießen. Frei nach dem Motto: dein Leben – dein Genuss. Hier wird sich nicht dafür entschuldigt, dass das Leben Spaß machen kann.No Regrets – sind wir wirklich ein Magazin oder vielleicht doch eher ein Blog? Sind wir Lifestyle oder Food? Soll bei uns gelacht oder gedacht werden? Vermutlich sind wir von allem etwas – und das ist genau das, was wir beabsichtigt haben. Denn eines wissen wir ganz sicher: Wir von Baileys Chocolate wollen mit No Regrets ein Zeichen setzen und Frauen dazu ermutigen, kompromisslos zu genießen. Frei nach dem Motto: dein Leben – dein Genuss. Hier wird sich nicht dafür entschuldigt, dass das Leben Spaß machen kann.

Und das sagen nicht nur wir, sondern vor allem all die Frauen, für die No Regrets den roten Teppich ausrollt, damit sie auf unserer Bühne ihre ganz eigene Geschichte erzählen können. Intim, spannend, überraschend, ungewöhnlich oder lustig, in kurzen Storys, kleinen Anekdoten oder ausführlichen Interviews lassen sie uns an ihrem Leben teilhaben und gewähren inspirierende Einblicke in das Geheimnis ihrer ganz eigenen, aber immer kompromisslos ausgelebten Genusskultur. Mit anderen Worten: Bei uns kommen Frauen zu Wort, die sich trauen, so zu genießen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Frei nach Schnauze und auch gegen Widerstände, wenn es sein muss. Frauen also, die stark sind, weil sie für eine klare Haltung stehen: Ich genieße mein Leben ganz so, wie ich es will. Und nur eines tue ich ganz bestimmt nicht – mich für diese Freiheit zu entschuldigen.

Klar wird es dabei auch immer mal wieder um Schokolade gehen. Schließlich sind Trüffel, Pralinen & Co. unsere erklärte Passion. Auf No Regrets soll das Thema Genuss aber in all seinen schillernden Facetten aufgezeigt werden. Denn wohl nie zuvor waren die Möglichkeiten, individuell zu genießen, so vielfältig, und zugleich ist unsere Gesellschaft so offen und streng im Umgang mit ihnen – insbesondere wenn es um den weiblichen Genuss geht.  

Denn wir meinen: Am Ende weiß doch wohl jede von uns selbst am besten, welcher Genuss uns jetzt gerade oder immer wieder glücklich macht. Allein oder in Gesellschaft, Poweryoga oder der ultimative Fight im Boxring, das Stück Schokolade oder Low Carb, hinter der Bar oder davor – vollkommen egal.

Weil wir glauben, dass wir mit dieser Haltung nicht allein sind, haben wir No Regrets ins Leben gerufen. Wir freuen uns auf euch!

Schamloser Selbstgenuss

Von einer, die (sich) auszog, das Leben zu genießen.

Sie hilft anderen Frauen dabei, falsche Hemmungen abzulegen und die eigene Weiblichkeit in vollen Zügen zu genießen – mit stolzen Stipteaseposen: Marie-Louise, genannt Liu Bohème, ist mit Leib und Seele Burlesque-Tänzerin und hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht.

Marie, du bist Burlesque-Tanzlehrerin. Seit wann begeisterst du dich für diese Szene? Gab es eine Initialzündung?

Ach, schon ewig. Meine Schwäche für den Burlesque-Tanz entwickelte sich schon früh. Mit 17 Jahren habe ich das erste Mal für eine Dragqueen-Gruppe die Choreografie entworfen. Damals ging es um das Thema Moulin Rouge, und ich war sofort Feuer und Flamme. Die Roaring Twenties – von der Mode über die Musik bis hin zum exzentrischen Kleidungsstil – haben mich schon immer fasziniert. Was mir am Burlesque-Tanz gleich besonders gefiel, ist das glamouröse Drumherum und die Toleranz untereinander. Egal, ob klein, groß, dick oder dünn, hier kann wirklich jede/-r seinen Charakter ausleben und sich individuell präsentieren. Es geht darum, sich zu entwickeln, zu spüren, zu entfalten. Jede Frau interpretiert ihre ganz eigene „Femme Burlesque“. Ich will Frauen vor allem dazu animieren, ihre Weiblichkeit zu zelebrieren. Bei den beherzten und oft schrägen Varietédarbietungen geht es zwar heiß her, blankgezogen wird dabei aber nicht. Du bist kein Lustobjekt, du machst es für dich selbst.

Gab es verblüffte Reaktionen aus deinem Umfeld, als du deine Ausbildung begonnen hast? Wie stellt man sich eine klassische Ausbildung in diesem Bereich vor?

Überraschte Reaktionen gab es tatsächlich, allerdings fast nur im positiven Sinne. Und wenn es mal negative Bemerkungen gab, war das für mich nicht von Bedeutung. Ich mache das Ganze ja für mich selbst und möchte mich ausleben, nur das zählt.

Eine klassische Ausbildung als Burlesque-Tänzerin gibt es in der Tat nicht. Es gibt aber bekannte Stars der Szene. In Deutschland gehört zum Beispiel Marlene von Steevag unbedingt dazu. Sie hat den sogenannten „Bachelorette of Burlesque“, eine Art Meistertitel, den man in Berlin an der Burlesque Academy erwerben kann. Die Ausbildung beinhaltet verschiedene Module und lehrt die Teilnehmerinnen, wie man eine eigene Show kreiert und erfolgreich vermarktet. Je nach Bühnenerfahrung und Persönlichkeit werden die Module auch angepasst, um den Frauen ganz individuell dabei zu helfen, Burlesque als Beruf auszuüben. Da ich schon etliche Shows getanzt hatte, habe ich also ganz andere Module bei Marlene absolviert als zum Beispiel eine Anfängerin, die noch keine Erfahrung hat.

Wie haben wir uns eine typische Burlesque-Stunde vorzustellen?

Oh, da geht es ziemlich ausgelassen zu. Wir sind ja ein wilder Mix, von der Architektin bis zur Lehrerin oder Studentin ist alles dabei, unter uns herrscht eine herzliche Offenheit. Niemand nimmt sich selbst zu ernst. Das ist wichtig, beim Burlesque-Tanz gibt es immer wieder Momente, in denen man plötzlich laut losprusten muss. Der kokette Blick zum Beispiel will gelernt sein. Scham oder Schüchternheit gibt es nicht bei uns, uns ist nichts peinlich. Es geht hierbei weniger um klassische Schönheit, sondern darum, Sinnlichkeit zu entwickeln, sich zu spüren, unabhängig von Alter, Größe oder Gewicht. Weil ich mich auch für die Lordz Dance Academy, das Hamburg Burlesque Festival und die Burlesque Academy in Berlin und Zürich engagiere, kann ich eindeutig sagen: Das ist wirklich überall gleich.

Gab es Momente, in denen es dir unangenehm war, davon zu erzählen? Gab es „dumme Sprüche“?

Nein, ganz und gar nicht. Da gab es keinen einzigen. Ich binde es ja auch nicht jedem auf die Nase, was ich so mache. Wenn mich allerdings jemand fragt, erzähle ich davon, und das mit Stolz. Dumme Sprüche habe ich mir tatsächlich noch nicht anhören müssen. Im Gegenteil, meine Familie ist sehr stolz darauf, dass ich meinen Weg gehe, glücklich bin und das Leben genieße.

Hast du eine persönliche Burleske-Heldin, ein Vorbild?

Oh ja. Ich habe nicht nur eine Burlesque-Heldin, sondern gleich mehrere. Dirty Martini aus New York zum Beispiel ist eine absolute Heldin für mich. Ihre innere Stärke und ihre selbstbewusste Weiblichkeit, die sie auf der Bühne so aufregend und schillernd präsentiert, finde ich umwerfend. Dann natürlich Marlene von Steevag, Sina King aus Australien und Miss Botero. Die sind einfach ganz großes Kino, echte Heldinnen und für mich auch Mentorinnen. Aber es gibt auch so viele eher unbekannte Performerinnen, die ich total klasse finde.

Was genau ist der Unterschied zu Striptease?

Der besteht ganz klar darin, dass man beim Burlesque nicht alle Hüllen fallen lässt und eben nicht splitternackt dasteht. Das Höschen bleibt zum Beispiel an. Aber da darf jede Performerin individuell entscheiden, wie viel sie ablegen möchte. Goldene Regel ist: Die Intimstellen werden niemals entblößt, sonst wäre es kein Burlesque.

Bei einer Burlesque-Nummer wird außerdem immer eine Geschichte erzählt, die mit glamourösen und meist sehr prunkvollen Kostümen ausgeschmückt wird. Den Zuschauern wird eine Story erzählt mit Dramaturgie und musischer Untermalung, bei der sie in eine völlig andere Welt abtauchen, ohne selbst etwas tun zu müssen. Der eigenen Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Da meine Wurzeln in der asiatischen Kultur liegen, erzähle ich die Geschichte einer Frau, die in starre Traditionen hineingeboren wurde. In meiner Nummer breche ich dann aus der Rolle aus, nehme Shaolin-Schwerter in die Hand und demonstriere Kraft und Stärke.

Worin liegt der Reiz, sich auf der Bühne auszuziehen?

Worin liegt der Reiz? Das ist natürlich individuell ganz verschieden, aber für mich liegt er darin, eine Grenze zu überschreiten. Dinge, die ich mich zum Beispiel als Teenager nie getraut hätte, einfach zu tun. Ich möchte mich zeigen, so wie ich bin, unabhängig von äußeren Einflüssen, zeigen, dass ich mich stark und wohl in meinem Körper fühle. Das tue ich vielleicht auch, wenn ich am Strand liege, aber da habe ich meist einen Bikini an. Beim Burlesque trage ich Kostüme, die glitzern und funkeln.

Überträgt sich die Stimmung des Tanzes auch auf andere Bereiche des Lebens?

Natürlich, es geht um eine Grundstimmung und eine Haltung zum Leben. Auch die Vertrautheit und das Albernsein in der Gruppe gehören übrigens dazu. Tanzen ist mein Leben, ich habe zwar eine klassische Ausbildung als System-/Netzwerktechnikerin (IT), aber mir war relativ früh klar, dass ich wesentlich mehr Spaß am Tanzen habe. Ich hatte das große Glück, meine Leidenschaft zum Beruf machen zu können, und unterrichte mittlerweile seit fast 19 Jahren.

Wie steht die Burlesque-Szene zum Feminismus?

Für mich hat Burlesque auf jeden Fall auch etwas mit Feminismus zu tun. Jede Frau soll selbst entscheiden dürfen, wie sie ihren Körper präsentieren möchte, ganz egal, ob mit Kleidung oder ohne. Dafür muss sie sich nicht gleich in eine Schublade einpferchen lassen. Ist das nicht wunderbar? Immer mehr Frauen bestimmen selbst für sich, was ihnen Freude bereitet, ob in der Berufswelt, politisch oder ganz allgemein im Leben. Das Training hat da einen besonderen Einfluss. Es stärkt das Selbstbewusstsein. Das hilft in den männerdominierten Jobs, in denen viele von uns arbeiten.

Wie überwindet man sich als Anfängerin, halb nackt vor anderen auf die Bühne zu gehen? Gibt es einen Trick?

Eine gute Vorbereitung ist das A und O. Vor allem auch die mentale Vorbereitung ist wichtig – und natürlich ein gewisser Drang, sich zeigen zu wollen. Ohne den geht es nicht. Hier sind Schüchternheit oder Verlegenheit definitiv nicht angebracht. Jede Frau entwickelt da so ihre ganz eigenen Rituale, um die Nervosität und das Lampenfieber vor Auftritten in den Griff zu bekommen.

Wann hast du etwas ziemlich Verrücktes getan und es so richtig genossen?

Das ist eine lustige, aber auch schwer zu beantwortende Frage. Was ist schon verrückt? Auf jeden Fall ist mein Leben nie langweilig. Denn ich erlebe so viele unglaubliche und manchmal wirklich verrückte Dinge, dass ich längst einen Roman darüber schreiben könnte.

Letztlich genieße ich einfach jeden Moment, den ich erleben darf. Mein Lebensmotto ist: „Bereue nie etwas im Leben!“ Ich bin von Natur aus ein Mensch, der sich für nichts schämt und der sehr weltoffen ist. Diese Lebensfreude ist auch beim Burlesque ein ganz zentrales Thema. Ich kann nur jedem empfehlen, die eigene Scheu zu überwinden und sich mal eine unserer Shows anzusehen. Wer besonders mutig ist, kann natürlich auch gleich zu mir in den Unterricht kommen.

Marie, vielen Dank für das Gespräch.

Lecker denken – Freude schenken

…und zwar dir selbst oder wem immer du möchtest. Das liegt ganz bei dir, denn wir schicken dir ein kleines, fein verpacktes Genusspaket mit Baileys Truffles. Einfach, unkompliziert und mit einer unserer Grußkarten. Such dir einfach die aus, die dir am besten gefällt. Die Botschaft: No Regrets, was sonst. Was dich das alles kostet? Nicht mehr als einige Minuten Zeit, darüber nachzudenken, ob du dir damit selbst ein Freude machen willst oder lieber gleich einen Stift aus dem Köcher ziehst, um die Karte zu beschreiben.

Als Dankeschön an die beste Freundin, als Aufmunterung, weil´s grad blöd läuft oder weil sie es wie niemand sonst verdient hat: Genuss verschenken, das geht immer.

Wer sich bis zum 22. April 2019 registriert, kann um den 01. Mai 2019 mit dem Paketboten rechnen. Passt gut, finden wir und fordern zum Tag der Arbeit den kompromisslosen weiblichen Genuss. Egal, ob rauf auf die Couch, weil die Arbeit heute Pause hat, oder lieber raus auf die Straße mit Plakat und Parole. Whatever she want´s. Hauptsache: No Regrets.

Aber bloß keine Hektik. Registriere dich später und du bekommst dein Paket zum Muttertag am 12. Mai 2019. Gerade für den Genuss an Leib und Seele entschuldigt Frau sich zu diesem Termin ganz sicher nicht – am allerwenigsten natürlich die Mütter.

Wir haben 200 Päckchen gepackt. Sind die weg, sind sie weg. Hier wählst du einfach aus, welche Karte wir deinem leckeren Päckchen beilegen sollen.

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