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Purer Genuss für deine Ohren

Gewinne deine Auszeit mit Baileys Chocolate und Thalia.

Ein langer Spaziergang in der kühlen Herbstluft oder warm eingekuschelt auf dem Sofa: wie genau deine persönliche Auszeit auch aussehen mag, dieses Jahr gibt es dazu spannende Geschichten auf die Ohren. Versüße dir deine Zeit mit bewegenden Thrillern, tauche ab in fantastische Welten oder genieße Baileys Chocolate bei einer romantischen Komödie.

Baileys Chocolate verlost 35 Thalia Halbjahres Hörbuch Abos.

Registriert euch bis zum 31.12.2021 und seid mit ein bisschen Glück einer der 35 Gewinnerinnen.

Wir drücken euch die Daumen.

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WIN: Ene Mene Miste…

… es rappelt in der Kiste.

 

Wir verlosen zum Weltfrauentag am 8. März 150 Baileys Chocolate Probierpakete. Ein kleines, fein verpacktes Genusspaket mit Baileys Truffles für deine Heldin – Mama, Schwester, Freundin, Oma, Tante, Tochter oder wem auch immer du eine Freude machen möchtest. Reueloser Genuss an dem Tag im Jahr, an dem wir feiern, dass wir keine Männer sind: Genieß ihn, sei mehr Pippi als Annika, tanz, als ob keiner guckt und vor allem aus der Reihe.

Wer sich bis zum 08. März 2021 registriert, kann mit ein bisschen Glück schon in der Woche darauf mit dem Paketboten rechnen. 

Wir wünschen euch von Herzen viel Glück.

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Erfolgreich sein mit den Waffen einer Frau

Kampfchoreografin Katrin Klewitz weiß, wie sich Frauen richtig zur Wehr setzen und für ihre Sache einstehen. Im Einklang mit Körper und Geist, Mensch, Tier und Natur erweckt sie die in uns schlummernde Kämpferin und bildet sie zu Siegerinnen aus.

Liebe Katrin, du hast so viele Berufsbezeichnungen, wie würdest du dich selbst beschreiben?
Oh, tatsächlich schwierige Frage. Vielleicht Brückenbauerin zwischen verschiedenen Welten, Mittelsfrau, Vermittlerin und gleichzeitig Sicherheitspersonal. Zentral ist, dass ich mich in allen meinen Berufsbildern immer in einer vermittelnden und sichernden Position zwischen mindestens zwei Parteien befinde. Ich bin gleichzeitig in einer lehrenden Funktion tätig, biete Transferleistung für Körper, Geist und Hirn und gehe vorneweg.

Welche dieser Berufe ist für dich der schönste und warum?
Meine Tätigkeit als Guide im Verbund mit Maßnahmen zur Persönlichkeitsentwicklung.  Zu sehen, wie Menschen über ihre Grenzen hinauswachsen, lernen mit ihren Emotionen gewinnbringend zu arbeiten, zu sich zurückkommen und aus der eigenen Kraft herausarbeiten und zu erleben, wie die Natur ihr Übriges dazu tut, ist sehr erfüllend für mich. Daran Anteil haben zu dürfen und dabei so viel Vertrauen von anderen Menschen entgegen gebracht zu bekommen – im Busch vertrauen sie mir ja auch ihr Leben an – bedeutet mir viel.

Wie “vertragen” sich deine vielfältigen Beschäftigungen miteinander?
Seit ich nicht mehr selbst mit mir im Clinch liege, „dass ich mich doch jetzt bitte mal gefälligst für eine Sache entscheiden soll“, ganz gut. Die verschiedenen Facetten meiner Tätigkeiten ergänzen sich und wie gesagt, es gibt diesen einen Kern, die Vermittlung, in dem alles zusammenläuft. Hat nur ein bisschen gedauert, bis ich das selbst kapiert hab.

Was ist eine Kampfchoreografin und wie wird man das?
Eine Kampfchoreografin ist verantwortlich für die Kämpfe im Theater-, Film- und Fernsehbereich. Und das von der Ohrfeige über Messerkampf bis hin zum Einsatz von Schwert und Schild. Die Psychologie des Charakters und das Storytelling des Kampfes spielen dabei ebenso eine Rolle wie den Schauspielern den richtigen, schnellen und präzisen Umgang mit den Waffen beizubringen. Schwerpunkte sind die Sicherheit der Akteure (physisch wie psychisch) und des Publikums (nicht, dass ein Messer in Reihe drei auf der Abonnentin Frau Meier landet) sowie eine glaubhafte Darstellung des Kampfes. Um das zu erreichen, gehört nicht zuletzt der richtige Einsatz der Stimme dazu und ein geübter Umgang mit Emotionen und Adrenalin.

Dafür benötigt man als erstes eine Schauspiel- oder Regieausbildung, im Anschluss dann ein spezielles Training und die Prüfung in acht Waffengattungen, wovon man mindestens fünf mit Auszeichnung bestehen muss. Hier braucht es eine langjährige Assistenzzeit, Fechttraining und Kampfsport sind vonnöten. In Deutschland ist der Beruf aber weder großartig bekannt noch gibt es bis jetzt eine solide Ausbildung in dem Bereich. Da muss man dann ins Ausland. Noch. Denn meine großartigen Kollegen im Kampfchoreografenverband bemühen sich derzeit sehr darum, dass es zukünftig auch in Deutschland durchgängige Ausbildungsmöglichkeiten für diesen spannenden Beruf gibt.

Wie sieht dein beruflicher Alltag aus?
Sehr unterschiedlich, je nachdem, in welchem meiner Berufsfelder ich gerade vermehrt aktiv bin. Aber eines ist tatsächlich jeden Tag gleich: Die Routine aus einem klein wenig Morgensport, manchmal mehr/manchmal aber auch weniger, aber immer in Kombination mit einer Tasse mit gutem Kaffee und viel Tee.

Dann sitze ich entweder am PC und bin mit Vorbereitungen und Schreiben beschäftigt oder ich bin unterwegs. Gerade wäre ich eigentlich mit drei Gruppen auf Reisen in Afrika durch den Busch, vorbei an Elefanten, Nashörnern und Vögeln. Aber da gerade ja bedingt durch Covid-19 alles anders läuft, stehe ich in meinem Wohnzimmer und unterrichte in Videokonferenzen „Ohrfeigen und Punchtraining“. Gegenüber von mir ist ein Kindergarten, die Kinder und Erzieher werden sich auch jeden Tag denken, was ist das für eine komische Frau, die den ganzen Tag mit der Luft boxt.

Wie verträgt sich das mit deinem Privatleben?
Es gibt immer zwei Seiten. Zu anfangs waren die Umstellungsphasen, nachdem ich länger in Afrika war, ein wenig schwierig, aber das pendelt sich ein. Inzwischen empfinden mein Mann und ich auch die Zeiten der Trennung mehr und mehr als eine Bereicherung. Jeder hat Zeit, sich auch für sich zu entwickeln, und so begegnen wir uns immer wieder neu. Andererseits zehren die Trennungen natürlich manchmal auch an einem.

Wie kann dein Wissen anderen im Leben weiterhelfen? 
Ich biete Anleitung, wie wir standhafter, krisensicherer werden und Konflikte als Wachstumschance betrachten können. Dabei ist es mir wichtig, nicht irgendwelche Mindset-Phrasen zu dreschen, sondern klare Anleitung und Wissen „to go“ mitzugeben. Simple Hacks, die im Alltag einen Unterschied machen, der sofort zu sehen und zu spüren ist. Oft sind es nur Kleinigkeiten, derer wir uns bewusst werden müssen, um eine andere Wirkung, einen anderen Ausgang zu erzielen. Mir ist es wichtig, mich als Coach schnellstmöglich abzuschaffen, so dass meine „Kunden“ auch ohne mich zurechtkommen, denn dann habe ich gute Arbeit geleistet.

Wieso ist dir das Thema so wichtig?
Wir lernen im Leben, in der Schule so viel, aber nicht, wie wir uns selbst handhaben. Ich möchte Rüstzeug mit auf den Weg geben, wie wir mit all den großen und kleinen Schlachten, Emotionen und Herausforderungen im Alltag umgehen, damit gedanklich Kapazität für andere Dinge frei werden kann. Damit wir mutig durch die Welt gehen können. Ich möchte Menschen dabei unterstützen die Fähigkeit zu entwickeln, sich selbst zu „ermächtigen“, um diese Macht dann positiv in einem größeren Kontext anzuwenden. 

Welche negativen Erfahrungen hast du in deinem Leben gemacht, die dich letztendlich (auch) zum Thema Kämpfen und Selbstbehauptung geführt haben?
Oft waren es nicht die negativen Begebenheiten oder Missstände, die mir selbst widerfahren sind, sondern die Beobachtung von Menschen, die sich für andere Menschen, Wesen, die Umwelt und einen besseren Umgang stark gemacht haben. Das war und ist mir Leitbild.

Wieso tust du das, was du tust? Hast du eine Mission oder ein Ziel, was treibt dich an?

Ich habe in meinem Kopf und meinem Herzen tatsächlich eine Riesen-Vision und Mission. Ich möchte, dass wir mit allen Lebewesen auf diesem Planeten gerechter und verständiger leben. Wir unter uns Menschen, aber auch mit allem anderen, was hier so kreucht und fleucht. Und dafür ist ein NEIN zu schlechtem, egoistischem Verhalten und ein starkes Standing ebenso wichtig wie in die Eigenverantwortung zu gehen.

Dein Buch „So sehen Siegerinnen aus“ ist erst vor kurzem auf den Markt gekommen. Wieso hast du dich entschlossen, dein Wissen in ein Buch zu packen?
Ich finde, das Format Buch schon seit ich lesen kann einfach großartig. Anstatt vorgefertigte Bilder von außen aufzunehmen (wie z.B. beim Fernsehen), entstehen beim Lesen eigene Bilder im Kopf und damit beginnt bereits der Prozess. Und jede*r kann sich die benötigte Zeit zum Nachempfinden und Verstehen nehmen.

Was ist dein konkreter Ansporn, dein Wissen und deine Erfahrungen zu teilen?
Der Kindergarten gegenüber meines Hauses. Die Mädels und Jungs dort sind die Zukunft. Der Vogelruf in der Früh. Das Plätschern eines reinen Gebirgsbaches. Das verschmutzte Meer.  Die totgefahrenen Igel. Der Mistkäfer im Elefantenhaufen. Das erfüllte Lachen älterer Menschen.

An wen richtet sich dein Buch?
An Frauen wie auch an Männer, die sich freikämpfen wollen, in die Verantwortung hinein, ihre eigene Vision und Mission zu leben. Es ist oft gar nicht so einfach, sich selbst zu vertrauen, den Mut zu haben, sich zu entscheiden und folglich auch die Konflikte hierfür auszufechten und dafür auch den ein oder anderen spöttischen Kommentar und Blick auszuhalten. 

Ich möchte, dass Menschen erkennen, dass ein Konflikt oder Provokation per se nichts Negatives ist, sondern eine Wachstumsgrenze aufzeigt und somit als Gewinn erachtet werden kann. Aber das Buch wendet sich auch an Menschen, die kleine Tipps im Alltag benötigen, wie sie sich in einer Vortrags- und Verhandlungssituation wohlfühlen und präsent sind.

Was bedeutet es für dich, Frauen zu Siegerinnen zu machen?
Viel, denn nur gemeinsam können wir etwas ändern. Jede darf und muss sich stark und siegreich fühlen. Ein jede*r muss das Gefühl und die Chance haben, ein wertvolles Leben zu führen.

Siehst du dich als Feministin?
Ich denke, es gibt nach wie vor viel zu tun im Sinne von Chancengleichheit. Aber Verurteilungen, die alle Männer zuerst einmal verteufelt und laut schreit, mag ich nicht. Oft haben auch Männer mit den ihnen auferlegten Rollenbildern genauso zu kämpfen wie wir mit unserem. Dennoch, wir benötigen definitiv andere Modelle und mehr Frauen in entscheidenden Positionen. Dabei ist mir wichtig, dass der Weg dahin ein leichterer wird und der gegenseitige Respekt Voraussetzung und Selbstverständlichkeit ist.

Wie unterscheidet sich dein Verhältnis zu Männern und Frauen?
Mein Verhältnis unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und von Mensch zu jedem anderen Wesen, was hier noch seine Heimat hat. Ist mein Gegenüber freundlich, bin ich es auch, ist es nicht freundlich und hat Gründe dafür, versuche ich, es zu verstehen. Ist jemand aber einfach nur gemein oder behandelt sein Gegenüber wertlos, weil er Freude daran hat oder hierarchisch die Macht missbraucht, dann werde ich ziemlich „grantig“. Das ist nicht unterteilt in Geschlecht, Hautfarbe und Wesensart.

(c) Anthon Wessels

Was hat Afrika mit der ganzen Sache zu tun?
Die eigene Wildheit im Herzen zu spüren und ungezähmt zu sein – dafür steht für mich Afrika. Im Busch gibt es ein paar simple, aber unumstößliche Regeln. Daneben hat viel Freiheit Platz. Wir in unserer zivilen Gesellschaft sind schon sehr in unserem digitalen Dschungel und unserer Versicherungsgläubigkeit gefangen und fabrizieren manchmal auch unfassbaren Gedankenschrott und überflüssigen Arbeitskram. Auch wird in Afrika nicht so viel um des Kaisers Bart diskutiert – es steht die Stille, das Beobachten und Handeln im Vordergrund.

Zwei Lektionen, die mir der afrikanische Busch beigebracht hat:

  1. „What ever happens out there, stand your ground, don´t flinch, follow through“. Frei übersetzt: Was auch immer da draußen passiert, halte Stand, nimm nichts vorweg, zieh es durch.
  2. Aber auch: Vertraue deiner Intuition, beobachte dein Gegenüber und höre auf dein Herz.

Was bedeuten dir die Tiere, die Natur und die Kulturen vor Ort?
Es macht mich demütig, wie sehr alles miteinander in Verbindung steht. Vom kleinsten Insekt bis zum großen Elefanten.

Im World Wide Web ist es normal für uns, weltweit vernetzt zu sein.  Darüber hinaus vergessen wir aber, dass dies mit jedem kleinsten Baustein der Natur auch so ist und dass ein netzartiges Geflecht sich durch alles Leben auf der Erde zieht. Wir können nicht ständig kleine Bausteine aus der Gleichung herausnehmen, weil wir uns selbst in allen Dingen so unfassbar wichtig nehmen…

Auch hier geht es um die Anerkennung der Vielfalt, etwas, dass unsere Spezies ja gerade sehr stark für sich einfordert. Dies gilt für mich, aber genauso für alle Wesen auf unserem Planeten. Denn sollten wir den Mistkäfer eines Tages nicht mehr haben, bleiben wir sprichwörtlich auf einem Riesen Haufen Kacke sitzen. Und da geht mehr und mehr meine Kraft und mein Einsatz hin: Bewusstsein zu schaffen, in dem ich die Menschen mit auf Reisen nehme, damit sie riechen, schmecken und spüren können, dass wir alle aufeinander achtgeben müssen und ein Teil eines Ganzen sind.  Basisarbeit und Vermittlung, um hier den Kreis zu schließen.

Liebe Katrin, herzlichen Dank für dein Interview und auch, dass du dein Wissen in einem Buch festgehalten hast, du bist eine Inspiration. 🙂

Mehr Infos zu Katrin, ihrem Buch und Afrika findet ihr unter www.katrin-klewitz.com 

 

 

Don’t waste it. Taste it.

Oder auch: Reueloser Eisgenuss in Grün! Julia und Amelie von Spoontainable haben den Spoonie erfunden, ein essbarer Eislöffel. Damit sind sie nicht nur nachhaltig unterwegs, sondern setzen auch ein Zeichen gegen Verschwendung und liefern uns eine sehr leckere Alternative. Denn seien wir mal ehrlich – Eis geht bekanntlich ja immer.

Zwei Mädels, die ein grünes Unternehmen gründen, das essbare Löffel anbietet. Wie kam es zu der Idee?
Amelie und ich haben uns während des Masterstudiums an der Universität Hohenheim kennen gelernt. In einer Studierendenorganisation haben wir uns mit Plastikalternativen beschäftigt und überlegt, welche Alternativen noch fehlen. Da wir Eis lieben kam uns dann beim Eis essen die Idee: Wieso nicht auch den Löffel mitessen, wenn man schon die Waffel isst?

Und wie seid Ihr auf den Namen gekommen?
Da unser erstes Produkt ein nachhaltiger Löffel ist haben wir eine Wortkombination der englischen Wörter kreiert. Aus „spoon“ und „sustainable“ wurde Spoontainable.

Wie genau habt ihr denn die richtige Keksteigmischung für die Löffel gefunden? Und wonach schmecken eure Löffel eigentlich?
Da uns keine Labore zur Verfügung standen haben wir in der WG Küche die ersten Kekslöffel gebacken. Das hat nicht sofort funktioniert, da es dem Löffel a Stabilität gefehlt hat. Also haben wir nach Rohstoffen gesucht, die diese Stabilität bieten können. Dabei sind wir bei der Recherche dann auf die Fasern der Kakaoschale gestoßen, die aus den Schalenresten hergestellt werden und super viele Ballaststoffe enthalten. Durch das innovative Verfahren, in dem die Fasern hergestellt werden, bleibt auch der Geschmack enthalten, sodass der Spoonie choc nach Zartbitterschokolade schmeckt. Unsere zweite Löffelvariante, der Spoonie classic besteht aus Haferfasern.

Auf eurem Weg habt ihr außerdem so einige Preise gewonnen und mehrere erste Plätze bei Wettbewerben belegt. Was ist es für ein Gefühl, wenn die eigene Idee immer weiterwächst? In wie weit haben euch diese Preise tatsächlich auf dem Weg zum Erfolg geholfen?
Es ist unglaublich zu erleben, wie das eigene Unternehmen wächst und erfolgreich ist! Die vielen Preise, die wir gewonnen haben, haben uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und auch unsere Produkte den Zahn der Zeit treffen. Jeder einzelne Preis hat uns neue Türen geöffnet, das Netzwerk erweitert und uns auch bekannter gemacht. Je mehr Menschen von unserer nachhaltigen Alternative erfahren, desto besser und desto schneller können wir Single-Use Plastik ersetzen.

Gab es einem Moment, in dem ihr dachtet: Das ist es! Jetzt haben wir es geschafft! 
Nein den Moment gab es noch nicht. Im Gegenteil, dieser Moment sollte nie kommen, denn ein Unternehmen ist wie ein Lebenswerk und sollte sich immer weiterentwickeln, wachsen und an die gesellschaftlichen Veränderungen anpassen. Wir denken eher projektorientiert und feiern einzelne Erfolgserlebnisse, wenn mal wieder ein Projekt abgeschlossen wurde, ein Kunde akquiriert oder wir eben einen Preis gewonnen haben. 🙂 

Ihr habt sozusagen die Lizenz zum Eisgenuss zum Wohle der Umwelt entwickelt 😉 Habt Ihr noch mehr Ziele für die nächsten Jahren?
Wir wollen DER Marktführer für nachhaltige Plastikalternativen in der Gastronomie sein.

Wie viel Plastik spart man durch eure Löffel/ haben Eisdielen schon gespart? Wisst Ihr, was da schon zusammengekommen ist?
Bisher konnten wir bereits zwei Millionen Plastiklöffel durch unsere nachhaltige Alternative sparen.

Haben bei eurer Idee nicht auch manche Leute gedacht: Mensch, schon wieder welche, die irgendwie die Welt retten wollen? Gab es Kritik?
Unser Ziel ist nicht die Weltrettung, sondern durch einen kleinen Beitrag die Welt ein bisschen besser zu machen. Bei Kunden, Fans und Interessierten kommen unsere Produkte super an und stoßen selten auf negative Kritik. Natürlich gibt es aber immer Verbesserungsbedarf und dieses Feedback nehmen wir auch gerne an. Nicht jedem schmeckt der Löffel zum Beispiel, aber das muss er auch nicht, denn er kann innerhalb weniger Tage biologisch abgebaut werden.

Jetzt mal ganz unter uns Pastorentöchtern: Ist es manchmal nicht wahnsinnig anstrengend, nur mit Mädels in einem Team zusammenzuarbeiten?
Das kommt auf die Auswahl der Mädels an 😉 Amelie und ich sind nicht nur beste Freundinnen, sondern auch Geschäftspartnerinnen. Diese zwei Rollen können wir aber sehr gut trennen. In Stresssituationen gehen wir umsichtig miteinander um und geben konstruktive Kritik, sodass wir immer an einer gut funktionierenden Kommunikation arbeiten. Und unser Team besteht inzwischen nicht nur aus uns zweien, sondern aus fünf weiteren großartigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für euch aus?
Den typischen Arbeitstag gibt es zum Glück nicht. Jeder Tag wird von neuen Überraschungen geprägt. Wenn es mal nach Plan läuft starten wir mit einem Teammeeting, telefonieren viel, arbeiten an unseren Projekten und treffen Entscheidungen. Inzwischen besteht ein Großteil unserer Arbeit an Geschäftsführertätigkeiten. Wir versuchen uns aber trotzdem kreativen Freiraum einzuräumen.

Spoontainable ist dieses Jahr bereits 2 Jahre alt geworden. Habt ihr nicht irgendwann genug von Eis? Wie wäre es mit essbaren Currywurstpikern? 😉
Gut getippt, genau in diese Richtung wird es auch gehen 😉 Die ersten Prototypen sind bereits erstellt, wann der Launch unserer neuen Produkte ansteht wissen wir aber noch nicht.

Wie viele Löffel habt ihr in den letzten Jahren schon gegessen und was ist eigentlich eure persönliche Lieblingseissorte?
Beim Löffelessen haben wir nicht mitgezählt :D. Wir lieben aber beide fruchtige Eissorten wie Himbeereis oder Cassis.

Würdet ihr irgendetwas anders machen, gibt es etwas bei eurer beruflichen Entwicklung, dass ihr bereut?
Wir würden bestimmt einige Entscheidungen anders treffen aber der Reiz am Gründen ist eben, dass man Fehler macht und schnell lernen muss. Hätten wir unsere jetzige Erfahrung wären bestimmt andere Dinge schiefgelaufen. Aber hier sind wir uns einig: wir würden immer wieder das Gründen wählen.

Vielen lieben Dank an Julia und Amelie für das Interview, wir freuen uns jetzt schon auf den nächsten Sommer, mit ganz viel Eis und Löffeln. 🙂 

 

Baileys x Westwing für stylischen Genuss

Die Tage werden kürzer, das Wetter kälter und dein Zuhause wird immer gemütlicher.

Baileys Chocolate schenkt dir gemeinsam mit Westwing die Chance auf einen von 50 Westwing-Gutscheinen im Wert von jeweils 50 Euro. Denn in einem kuscheligen Zuhause genießt es sich einfach noch besser. Für echte Genussmomente in der kalten Jahreszeit, ganz ohne Reue, getreu dem Motto: No Regrets.

Registriere dich bis zum 31. Dezember 2020 und gewinne mit etwas Glück einen von 50 Westwing-Gutscheinen.

Weihnachtliche Deko, gemütliche Möbel, geschmackvolle Accessoires: Westwing lässt keine Wünsche offen, wenn es um den Stylefaktor für dein Zuhause geht. Im Handumdrehen kreierst du deine persönliche Wohlfühloase, in der jeder Moment zum Genuss wird.

Wir wünschen dir viel Glück und viele einzigartige Genussmomente in einem wunderschönen Zuhause mit Baileys Chocolate, Westwing und deinen Liebsten.

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Mein Platz im Chaos

Ein paar fiese Sprüche hört jedes Kind bestimmt mal. Was man aber daraus macht, wie man am besten damit umgeht und wie man seinen Wohlfühlplatz findest, erzählt uns Ilka Brühl im zweiten Teil ihres Interviews.

Du bist mit einer Nasen-Lippenspalte geboren. Wie war es für dich, „anders“ auszusehen? Was hat das für dich und deine Entwicklung und deinen Alltag bedeutet? Hat dir deine Umwelt das Gefühl gegeben, auch anders zu sein?
Von außen habe ich sehr wenig Ablehnung erfahren. Ein paar fiese Sprüche hört wohl jedes Kind mal. Doch ich habe mich selbst immer als hässlich abgestempelt und mir meine Anerkennung stattdessen über andere Dinge geholt. Bei vielen Dingen stand ich mir selbst sehr im Weg und wünschte mir, dass andere Kinder gleich mehr an sich glauben.

Was würdest du einer 10-jährigen Ilka heute raten?
Echt schwierig, weil ich ja viel Zuspruch erhalten habe. Manche Erfahrungen muss man wohl einfach selbst machen. Aber vielleicht würde ich ihr sagen, dass sie das, was sie als Schwäche sieht, einfach selbstbewusst zeigen darf. Denn unsere Ausstrahlung ist letztlich entscheidend. Es gibt makellose Menschen, die nicht an sich glauben oder die überheblich sind. Beide haben wahrscheinlich eine Ausstrahlung, die einen nicht umhaut. Aber jeder kennt bestimmt eine Person, bei der sich gar nicht genau erklären lässt, warum sie einen begeistert. Doch sie tut es, weil sie Selbstbewusstsein und Zufriedenheit ausstrahlt.

Wie ist es für dich, wenn du dich selbst im Spiegel anschaust? Worauf bist du stolz?
Früher fand ich es furchtbar. Heute kann ich das nicht mehr nachvollziehen. Durch die vielen Fotoshootings, die ich hatte, habe ich mich komplett mit meinem Äußeren angefreundet. Ich probiere mir regelmäßig ein Lächeln im Spiegel zuzuwerfen und kann einiges an mir ausmachen, was ich schön finde.

Du präsentierst dich öffentlich bei Social Media und stehst für Stärke jenseits von Oberflächlichkeiten. War eine Vorbildfunktion ein Ziel von dir, als du mit all dem angefangen hast?
Nein, überhaupt nicht. Ich habe mich wie die meisten privat dort angemeldet. Wer bei Instagram weit runter scrollt, kann das sehen. Die alten Bilder lösche ich extra nicht, um authentisch zu zeigen, wie sich sowas entwickeln kann. Erst als die Rückmeldung kam, dass meine Inhalte andere aufbauen, habe ich das intensiviert. Denn mir macht es Spaß und wenn es dann noch anderen hilft – Jackpot!

Was macht dich stark?
Hmmm, ich bin nicht immer stark. Ich kann auch sehr verletzlich sein, insbesondere bei unsachlicher Kritik an meinen Illustrationen und Texten fühle ich mich schutzlos ausgeliefert. Da steckt so viel Herzblut drin, sowas geht mir immer nah. Aber wenn ich doofe Kommentare zu mir selbst lese, kann ich die fast immer einfach wegwischen und mir denken, dass die Person wahrscheinlich ein Problem mit sich selbst hat, welches sie jetzt auf mich überträgt. Ich nehme es nicht persönlich und ignoriere es. In starken Momenten bin ich wahrscheinlich sehr in mir ruhend und gebe wenig auf die Meinung, die andere von mir haben können. Denn ich bin nicht auf dieser Welt, um irgendwem zu gefallen. Natürlich freue ich mich, wenn man mich mag. Aber wenn nicht, ist das auch in Ordnung.

Hast du deinen Platz in der Gesellschaft gefunden? Hast du Ziele, die dich antreiben?
Aber sowas von. Im Prinzip hatte ich den schon immer, habe es nur selbst nicht gemerkt, weil ich so an mir gezweifelt habe und zwischendurch auch echt selbstmitleidig war. Doch ich habe eine tolle Familie und liebe Freunde. Ich bin wahnsinnig dankbar für all die schönen Momente, die ich schon erleben durfte und darf. Ziele? Vor allem glücklich und zufrieden zu sein, ohne andere dabei daran zu hindern, es ebenfalls zu sein. Deshalb befasse ich mich immer mehr damit, wie ich dazu beitragen kann, dass es für andere besser wird, die es nicht so gut hatten wie ich. Ganz persönlich wäre es außerdem mein Traum, wirklich irgendwann von meinen (Kinder-)Büchern zu leben.

Was oder wer gibt dir das Gefühl, ganz du selbst zu sein und warum?
Im Grunde kann das Gefühl nur aus mir selbst kommen. Denn ich habe ja jahrelang erlebt, wie es ist, ein liebes Umfeld zu haben, aber sich selbst zu boykottieren. Aber es gibt ein paar Dinge, die mir dabei helfen. Zum Beispiel in der Natur zu sein, ohne Einflüsse von außen wie mein Handy. Auch mein Verlobter schafft es immer mich zu erden.

Was sind deine Pläne für die Zukunft? Was möchtest du unbedingt noch mal machen?
Ich plane fleißig an den nächsten Büchern und möchte da noch einiges verwirklichen. Mein Traum wäre, wenn irgendwann ein Kinderbuch von mir bei einem Verlag erscheint. Für ein anderes Buch, das 2021 erscheint, konnte ich schon einen Verlag finden, darüber darf ich leider noch nichts sagen. Außerdem möchte ich gerne mehr Illustrationen zu weiteren wichtigen Themen machen, die unsere Gesellschaft beeinflussen. Vor der Corona Entwicklung war ich außerdem in der Planung für Workshops in Schulen zum Thema Vielfalt und Inklusion. Meist sprudele ich vor Ideen über, aber die Zeit reicht nicht. Mal sehen, was da noch alles in meinem Leben passiert. Ich sehe einfach vieles als Chance und bin super dankbar für alles, was ich erlebt habe.

Vielen Dank für deine Worte, liebe Ilka. Es war uns ein inneres Blumenpflücken. Wenn ihr mehr über Ilka erfahren möchtet, ihr findet sie hier: www.ilka-bruehl.de

Mutmacherin für Herzen

Ilka Brühl. Ein Name, den nicht jeder kennt, sich aber definitiv merken sollte. Diese Frau hat viele Seiten und Talente und will gehört werden, denn sie hat etwas Wichtiges zu sagen. Und wir sollten alle aufmerksam zuhören.

Liebe Ilka, schön, dass du uns ein paar Fragen beantwortest. Podcast, Blog, Instagram, Facebook, Illustratorin und jetzt auch noch Autorin. Das ist aber eine ganze Menge. Was war denn zuerst da?
Eigentlich ein Maschinenbaustudium, aber ich muss selbst grinsen, während ich das sage. Mich haben schon immer sehr viele Dinge interessiert und so kam es noch während des Studiums dazu, dass ich begonnen habe, Fotos von mir auf Instagram und Facebook hochzuladen. Als ich gemerkt habe, wie viel Mut das manchen Menschen macht, die sich anders fühlen, kamen bestärkende Texte dazu. Irgendwann hatte ich so viel zu sagen, dass Blog und Podcast geboren wurden. Und seit diesem Jahr pausiere ich meine Tätigkeit als Maschinenbauingeneurin, um meinen Traum zu verwirklichen als Autorin und Illustratorin von bestärkenden Kinderbüchern mein Geld zu verdienen.

Was davon ist für dich heute das Wichtigste? Hast du etwas, dass du als deinen Hauptberuf bezeichnen würdest?
Das ist noch schwierig zu sagen, weil ich erst seit einem halben Jahr selbstständig bin und mein Bilderbuch noch gar nicht im normalen Handel zu kaufen ist. Noch lebe ich also hauptsächlich von Ersparnissen aus der Maschinenbauzeit. Wenn es aber danach geht, was meine Vision ist, bin ich hauptberuflich Autorin und Illustratorin.

Letzten Monat hast du eine Crowdfunding-Kampagne gestartet für dein erstes Buch. Was hat es mit dem kleinen Kater auf sich? Worum geht es in dem Buch?
Vielleicht ganz kurz für die Leute, die nicht wissen, was es mit einer Crowdfunding-Kampagne auf sich hat. Da ich dieses Buch ohne Verlag herausbringe, konnte man im Juni mein Buch für den September vorbestellen. Mit diesen Einnahmen gehe ich jetzt in den Druck und habe so kein finanzielles Risiko. Mein Buch heißt ‚Milo – der Naschkater‘ und es geht um einen Kater, der sich anders fühlt, weil er kein Fleisch mag. Außerdem hat er den verrückten Traum, Meisterkonditor zu werden. Ausgerechnet eine Maus hilft ihm dann, sein eigenes Café zu eröffnen, das richtig gut ankommt. Mit dem Buch möchte ich mehrere wichtige Botschaften vermitteln. Zunächst einmal, dass niemand wirklich anders ist, weil wir alle unterschiedlich sind. Außerdem lernt Milo, dass er mit allen Tierarten befreundet sein kann, egal wie untypisch das wirken mag. Was mir besonders wichtig war, dass am Ende ganz unterschiedliche Tiere in Milos Café zu Gast sind, damit die Schlussfolgerung nicht ist, dass sich zwei Außenseiter gefunden haben und separat bleiben.

Auf deinem Blog sprichst du von einer Mission, es gibt sogar einen ganz eigenen Abschnitt dafür. Was ist denn deine Mission und was liegt dir am Herzen?
Das stimmt, ich benutze den Ausdruck sehr gerne, weil er gut verdeutlicht, dass es keine kurze Laune ist, sich ein bisschen für die Vielfalt unserer Bevölkerung stark zu machen. Den Podcast und Social Media habe ich fast zwei Jahre nebenberuflich betrieben, was sehr viel Arbeit gemacht hat, aber die Sache war es wert. Mir liegt es am Herzen zu zeigen, dass es ein Vorteil für alle ist, dass wir so unterschiedlich sind. Man muss nicht jeden Menschen mögen und näheren Kontakt suchen. Aber von unserer Diversität kann die Gesellschaft nur profitieren.

Mit deiner ganz besonderen Geschichte und deinen Erfahrungen sich anders zu fühlen, bezeichnest du dich selbst als Mutmacherin. Was bedeutet das?
Im Grunde richte ich mich an zwei Gruppen. Einerseits die Betroffenen – also Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer manchmal anders oder unzureichend fühlen. Und das sind mehr, als man denkt. Ich habe schon so viele Menschen kennengelernt, die auf den ersten Blick das perfekte Leben haben und dennoch nicht mit sich zufrieden sind.

Aber ich möchte mich auch an z.B. Eltern von Kindern richten, die nicht so sind wie die Mehrheit der Gesellschaft und ihnen zeigen, dass sie sich keine Sorgen um ihre Kinder machen müssen.

Beiden möchte ich Mut machen, an sich bzw. die Kinder zu glauben, denn das ist das Wichtigste.

Mit deinem Podcast und deine vielen Posts auf Instagram gibst du den Menschen viel positive Energie und auch Mut. Was ist das Schönste, was du zurückbekommst?
Die lieben Nachrichten und Kommentare, in denen mir Menschen erzählen, wie sich ihr eigenes Denken verändert hat und dass sie glücklicher mit sich selbst sind.

Was treibt dich jeden Tag an, sich für andere Menschen einzusetzen? Was würdest du dir in einer perfekten Welt für dich und auch andere Menschen, die nicht der optischen Norm entsprechen, wünschen?
Hoffentlich ist das einfach irgendwann gar kein Thema mehr. Denn es ist ja eine Illusion, dass in der Gesellschaft alle gleich sind. Manche haben andere, weniger offensichtliche Dinge, die sie unterscheiden. Sobald wir akzeptiert haben, dass wir alle unterschiedlich sind und optische Unterschiede gar nicht mehr so stark wahrnehmen, bin ich zufrieden.

 

Augen und Ohren auf: den zweiten Teil es Interviews gibt es ebenfalls bald online zu lesen.

Wenn ihr mehr über Ilka erfahren möchtet, ihr findet sie hier: www.ilka-bruehl.de 

 

Die nackte Wahrheit

Kaum bekleidete Körper bewegen sich fließend auf einer Bühne, während Zora sie hinter den Kulissen authentisch mit der Kamera einfängt. Der Zauber von Burlesque.

Du tanzt selber Burlesque. Was war zuerst da: das Tanzen oder die Fotografie? Und wie kam es dazu, dann du „Hinter den Kulissen“ von Burlesquetänzen fotografierst?
Seit 15 Jahren bin ich Burlesque Tänzerin, mit dem Namen „Miss Popalina“, ein festes Mitglied der ersten deutschen Burlesque-Truppe, “die Teaserettes“. Also das kam zu erst. Ich kenne fast jeden aus der Szene oder die meisten haben von mir schon mal gehört. Durch meine jahrelange Erfahrung als Tänzerin habe ich eine ganz besondere Nähe zu den Künstlern, ich bin eine von ihnen und zudem eine Frau. Ich gehe stark auf die Persönlichkeit der Leute ein und schaffe dadurch intime Porträts von ihnen und atmosphärische Eindrücke in diese glitzernde Backstage-Welt.

Die meisten kennen meine Bilder, wissen, was sie zu erwarten haben und vertrauen mir. Ich erschaffe leidenschaftliche Bilder für sie (von ihnen?) und versuche, ihren Wünschen entsprechend ein wundervolles Ergebnis entstehen zu lassen.

Du hast mit deiner Fotografie große Erfolge gefeiert. Du hattest auch eine eigene Ausstellung – welche Bedeutung hat es für dich, deine Werke mit anderen Menschen teilen zu können?
Es fällt mir schwer über meine Erfolge zu reden. Was sind Erfolge und was Misserfolge? Ich bin kein Wunderkind; dahintersteckt harte Arbeit und aus Scheitern entwickele ich mich weiter. Mein Erfolg sehe ich dort, wo sich Stars für meine Serien ausziehen :). Mit den Fotoprojekten „Backstage Burlesque“ und „Toyboy – Lady superlative“ hatte ich bisher 5 Ausstellungen in Berlin, Hamburg und München. Ich hatte Veröffentlichung in tschechischen Modezeitschrift „Forman“ und erscheine als junges Talent in „Peoplealbum04“, ein Bund der Reihe der bekannten Fotografie- Jahrbücher von Seltmann+Söhne Verlag. 

Ich arbeite an meinem ersten Fotobuch „Backstage Burlesque“, welches noch dieses Jahr erscheint. Meine Bilder anderen zeigen zu können, bedeutet für mich, Feedback, Austausch und Verkaufspotenzial. 

Hast du manchmal das Gefühl, andere durch deine „Augen“ oder dein „Herz“ schauen lassen zu können?
Das ist sogar mein Ziel. Ich versuche sie so darzustellen, wie ich sie wahrnehme, wie ich sie in meinen Augen und Herz sehe. Die Bilder sollen ihre Geschichten erzählen. Ich versuche Sinnlichkeit und natürliche Schönheit einzufangen. Mit etwas Fantasie entstehen ihre eigenen Bilderwelten, die zu Gefühlen werden können.

Welche Möglichkeiten und Potentiale siehst du in Social Media – in wie weit verstehst du dich als Influencerin?
Social Media ist eine tolle Plattform für verschiedene Branchen und Marken, wo jeder sich kommerzialisieren und etablieren könnte. Ich arbeite gernemit meinen Kollegen zusammen und lebe das Netzwerken an vielen Stellen. Als Influencerin produziere ich kreative Fotos und möchte damit Menschen anregen und inspirieren. 

Du bist auch als Stilberaterin und Kostümverleiherin für Künstler und Produktionen sehr erfolgreich gewesen – welchen Stellenwert hat Mode für dich?
Mein großes Interesse an Mode in jeder Form und ihre grenzenlose Kreativität sorgen dafür, dass ich immer wieder Neues ausprobiere und mein Wissen stetig erweitere. Mode ist unglaublich vielfältig, und für den, der nach einem eigenen Stil schaut, bieten sich überall eine Menge Kleidungsstücke mit dem „ganz besonderen Etwas“. Man muss sich einfach auf die Suche machen oder beraten lassen. Ich könnte jede Frau in eine glamouröse Diva und jeden Mann in einen stilvollen Gentleman verwandeln. 

In wie weit können Klamotten Kunst sein? Welche Bedeutung hat Kleidung für dich? Und was ist dein Lieblings-Outfit/Lieblings-Kleidungsstück?
Mode sollte anziehend und funktional sein, erst dann sollte Ästhetik folgen. Kreationen von Modedesigner sind nicht immer tragbar. Sie können uns aber inspirieren. Immer wieder wiederholen sich Trends. Unsere Generation möchte aber von neuer Mode begeistert werden. Zunehmend mehr Menschen stellen sich gerne individuelle Outfits zusammen. Wir werden mutiger, offener und individueller. Besonders in Berlin, hier auf der Straße läuft die Kunst! Das mag ich sehr ;).

Kleidung hat für mich etwas Experimentelles, womit ich mich selbst verwirklichen kann und etwas Psychologisches, das mir helfen kann, Ziele zu erreichen.

Ich habe einen Stilmix von Vintage bis Modern. Ich schätze Qualität, angenehme Stoffe und Schnitte, die sitzen. Ich mag nicht, wenn jemand das Gleiche trägt wie ich oder man mich auf Grund der Kleidung kategorisiert. Im Moment habe ich als Lieblings-Outfit eine knallrote figurbetonte hochgestellte Hose, die perfekt zu meinem edlen roten Fahrrad passend, kombiniert mit einem schwarzen langarmigen Top aus Baumwolle mit großen Ausschnitt, dazu kurze Kunst-Leder Jacke und schwarze exklusive Schnürstiefeletten im femininen Look.

„Ich könnte jede Frau in eine glamouröse Diva und jeden Mann in einen stilvollen Gentleman verwandeln.“

Und nur zu dir privat – wie lebst du in Berlin? Wie können wir uns deinen Alltag vorstellen?
Ich bin Mutter, also die Basis meines Alltages ist das Leben mit meiner Familie. Aber heute ist mein Kind groß genug, dass auch Platz für meine anderen Leidenschaften wie Reisen, Natur, Kultur und Arbeit ist. 

Und zum Schluss: Wenn du einen Künstler/berühmten Menschen treffen und ihm eine Frage stellen könntest, was wäre es? 
Wie verdienst du mit deiner Kunst genug Geld, um davon zu leben? LOL 

Wo ihr Zora Jurenkova finden könnt:

https://www.zoraphotography.com

https://www.instagram.com/zorajurenkovaphotography/

https://www.facebook.com/zorajurenkova/

Fotografin der schönen Künste

Mit ihrer Fräulein Glitter Boutique verhalf sie ihren Kunden zu einem individuellem Stil. Als Fotografin setzt sie Körper perfekt in Szene. Als Tänzerin stand sie jahrelang selbst auf der Bühne. Wer ist diese vielfältige Frau?

Du bist Fotografin, Tänzerin, Stilberaterin, Kostümverleiherin und hast schon unzählige weitere berufliche Stationen hinter dir – als was würdest du dich selber bezeichnen? Wo liegt dein Schwerpunkt?
Heute würde ich mich als „Fotokünstlerin“ bezeichnen. Ich arbeite als freie Fotografin und bilde mich derzeit noch auf einer privaten Academy zum Fotoartisten weiter, das ist eine Kombination aus Fotograf und Mediengestalter. Diesen Sommer werde ich dann fertig. Ich spezialisiere mich auf Menschen-, Porträt-, Mode-, und Erotikfotografie, bevorzugt in Schwarzweiß. Meine Lieblingsthemen sind die Stars und Sternchen der Burlesqueszene. Besonders das Geschehen hinter den Kulissen und Boudoir Fotografie fasziniert mich. Ich übernehme Auftragsarbeiten, stelle aber auch meine eigene Kunstfotografie aus. Ich fotografiere in meinen barock eingerichteten „L’atelier und inszeniere kreative Sets im Studio.

Gelernt hast du an einer Hotelfachschule. Wie kam es dazu, dass du heute fotografierst? Wie würdest du deinen Weg beschreiben und was waren die entscheidenden Meilensteine?
Ich habe meine Kindheit in Prag verbracht und zog danach in die USA. Seit 2000 lebe ich in Berlin. Ich bin seit frühester Jugend als Model unterwegs gewesen und seit über 15 Jahren tanze ich Burlesque. Ich stand oft vor der Kamera und auf der Bühne. Bis Ende 2016 war ich Inhaberin eines Vintage-und Second-Hand-Ladens namens „Fräulein Glitter Boutique“ und arbeitete dort auch als Stilberaterin. Die Boutique war beliebt als Kostümverleih für Fotoshootings. So lernte ich viele interessante Künstler aller Art kennen. Schon in jungen Jahren bemerkte ich, dass Kunst, vor allen Fotografie, meine Leidenschaft ist. Es ist circa 6 Jahre her, dass ich meine erste Kamera bekam und selbst zu fotografieren begann. In den letzten Jahren fotografierte ich primär backstage bei zahlreichen internationalen Burlesque Events. 

Aus vielen Bekanntschaften entwickelten sich freie Kooperationen. Meine Modelle sind meist Kolleginnen und Kollegen aus der Burlesque und Schauspiel Szene, keine professionellen Models.

Zu deinem Weg gehören auch viele Ortswechsel. Aufgewachsen in Prag, dann in die USA, um schließlich in Berlin zu bleiben. In wie weit haben dich diese verschiedenen Stationen geprägt?
Prag ist meine Heimat. Ich bin dort aufgewachsen, dort bin ich zur Schule gegangen, dort habe ich erste wahre Freundschaften geknüpft, dort habe ich meine Pubertät überlebt, dort ist meine Familie und meine Mama, die eine große Rolle in meinen Leben spielt. Mit 18 zog in nach Amerika, raus aus meine Komfortzone und ziehe seitdem endlich die Klamotten an, die ich will. Dort findet sich meine erste Vision: mit Mode zu arbeiten. 

In Berlin lernte ich spannende Menschen kennen, ich fing an, zusammen mit anderen Künstlern zu arbeiten und lernte viel von ihnen. Meine Ideen wurden gefeiert, kritisiert und unterstützt. Ich fand mein neues Zuhause und mich selbst. Berlin bietet mir Raum, interessante Motive, ausgefallene und eindrucksvolle Orte und Menschen, die mich inspirieren.

„Ich bin jeden Tag dankbar, ich selbst seien zu dürfen, mich selbst ausdrücken zu können, als Frau leben zu dürfen.“

In wie weit unterscheiden sich diese Orte und was konntest du jeweils als Inspiration für deine Arbeit und dein Privatleben mitnehmen?
Ich bin tief mit meiner Heimat Prag verwurzelt. Ich habe Prag sehr jung verlassen und viele Ideen für meine Zukunft mitgenommen.

Aus Amerika habe ich mir die Inspiration, nachzudenken mitgenommen. 

Ich wohne nun seit zwanzig Jahren in Berlin und bin immer noch gespannt und neugierig, was hier noch so passiert und bin jeden Tag dankbar, ich selbst seien zu dürfen, mich selbst ausdrücken zu können, als Frau leben zu dürfen. So mag ich es und das ist für mich sehr wichtig und inspirierend.

Du bezeichnest dich selbst mal „Fotografin der schönen Künste“: Wie definierst du Schönheit? Was machen für die die „schönen Künste“ aus?
Meine Definition für „Schönheit“ sind Natürlichkeit und echte Situationen. Am liebsten fotografiere ich Menschen: vom Porträt bis hin zum klassischen ästhetischen Akt mit Fokus auf die Persönlichkeit des Motivs. Es hebt das Wesentliche in den Vordergrund. Ich setze gerne vorhandenes Licht in meinen Arbeiten ein. Dadurch schafft man zeitlose Momente. Die Technik rückt in den Hintergrund. Meine Bilder fangen einen Augenblick ein, sind nicht immer technisch perfekt und manchmal unscharf, fast gar nicht retuschiert. Sie sind leicht provokativ und erotisch, aber elegant und ästhetisch. Ich bin keine klassische Fotografin der „Fine Art“. Trotzdem sind meine künstlerischen Arbeiten keine Auftragsarbeit, es sind Werke, die in meinem Kopf entstehen, die die Sinne anregen.

Welche Künstler und Kunstgattungen haben dich besonders geprägt?
Im Laufe meiner Geschichte gab es viele wichtige Persönlichkeiten die mich geprägt haben. Künstler aus verschieden Epochen. Ich entwickle meinen eigenen Fotografenstil gerne weiter.

Aus der Fotowelt sind das z.B. Helmut Newton, Peter Lindbergh, Irving Penn, Ellen von Unwert, Stanley Kubrick, Vivien Maier, Frantisek Drtikol, meine tschechische Freundin, berühmte Akt Fotografin Tereza z Davle, Alexander Rodtschenko mit seiner Revolution Fotografie und der große Pop Fotograf David La Chapelle. 

Fortsetzung folgt…

 

Wo ihr Zora Jurenkova finden könnt:

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Aufregendes Bier, statt langweiligem Prosecco

Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rate ich dir. Oder so ähnlich. Sünje sieht das anders, denn: Bier ist ihr Leben. Ganz sprichwörtlich, denn Sünje hat sogar ein Buch über das beliebte Hopfengetränk geschrieben. Aber lest selbst:

Sünje. Das klingt erstmal außergewöhnlich. Wo kommt der Name denn her?Der Name ist friesisch – genau genommen nordfriesisch. Dort bin ich an der Küste in der grauen Stadt am Meer, also Husum, geboren und auf der Geest in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Ganz im Kontrast zur grauen Stadt bedeutet mein Name übrigens „kleine Sonne“. Hier in Hamburg ist der Name selten, er wird häufig skandinavisch eingeordnet. Das passt allerdings auch gut zu mir, ich bin nämlich nicht nur Einachtel-Dänin, ich habe auch zwei Jahre in Schweden gelebt und bin studierte Skandinavistin.

Wir haben herausgefunden, dass du schon mal beim schwedischen Königshaus zum Kaffee warst. Was hat es denn damit auf sich?
Oh, lange Geschichte und vielleicht auch nicht ganz so spektakulär und glamourös, wie es klingt: Ich habe eine Freundin, die für ein großes Magazin geschrieben hat, auf die schwedische Insel Öland begleitet. Mein Job war damals, mit meinen Schwedisch-Kenntnissen den Kontakt zu den Protagonisten der Reportage aufzubauen und auch zu dolmetschen. Das hat auch alles gut geklappt, unter anderem saßen wir lange bei der Bürgermeisterin, die irgendwann fragte, ob wir vielleicht Lust hätten, sie am nächsten Tag zu einem Empfang auf der Sommerresidenz des schwedischen Königs zu begleiten. Zu diesem sommerlichen Nachmittagskränzchen waren 100 Insulaner eingeladen. Wir haben natürlich nicht Nein gesagt und standen am nächsten am Schlosstor, wo wir kurz die Hände des Königspaars schütteln durften. Königin Silvia hat sich ein paar Minuten zu uns gesellt. Es gab Kaffee und Kuchen im Garten und der Hund der Königsfamilie wuselte ständig um die Beine aller Gäste herum.

Klischeehaft für Frauenzeitschriften schreiben. Damit hast du angefangen. Wie kam es dazu?
Es war nie mein Ziel, irgendwas mit Medien zu machen, aber ich bin direkt nach dem Studium bei einer Agentur gelandet, die den Webauftritt einer großen Münchner Frauenzeitschrift betreut hat. So fing alles an, erst als studentische Aushilfe, dann plötzlich irgendwann Redakteurin. Das zog sich sehr viele Jahre bei vielen verschiedenen Verlagen so durch mein Jobleben. Eine schöne Zeit – aber nun dürfen auch neue Themen auf meinem Tisch landen.

„Mir hat Bier schon immer besser als Prosecco oder ein Longdrink geschmeckt.“

Erst das Schreiben, dann das Bier. Oder war es andersherum?
Gute Frage! Es war aber wohl tatsächlich das Schreiben, das erst da war. Auch wenn ich definitiv eine längere Zeit Biertrinkerin als Schreiberin bin. Mir hat Bier schon immer besser als Prosecco oder ein Longdrink geschmeckt. Mich mit dem Thema richtig auseinanderzusetzen, das war allerdings nie mein Ziel. Ein herbes Pils aus der Flasche, gut gekühlt – das war’s! Erst als die Biervielfalt immer größere Kreise zog und ich dann doch mal so ein Pale Ale und später ein belgisches Bier probiert habe, wurde mir klar, wie faszinierend (und schmackhaft) das Thema ist.

Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Bier-Guide zu schreiben?
Ich habe damals versucht, Anfängerlektüre zu finden für Leute, die sich mit dem Thema Craft Beer auseinandersetzen wollen. Ich fand allerdings nur Bücher, die für Fortgeschrittene geschrieben waren und eine Menge Wissen vorausgesetzt haben. Also habe ich beschlossen: Dann schreibe ich das eben selbst. Ich war (und bin auch heute noch) der Meinung, dass sich vieles viel besser erklären lässt, wenn man selbst noch einen geringen Wissenstand hat und sich auf die Reise begibt, um alles in Erfahrung zu bringen: von der Biergeschichte über die vielen verschiedenen Bierstile bis hin zum Beer-Food-Pairing. Und für diese Wissensreise habe ich mir verschiedene Experten gekrallt, die mir alles erklärten und später auch gegenlesen durften.

Wie viel Bier hast du denn probiert, bis du die besten Sorten gefunden hattest?
Oh, ich sehe mich da heute noch am Anfang, möchte zum Beispiel unbedingt noch Belgien bereisen, dessen Biere und Bierkultur als immaterielles Weltkulturerbe aufgenommen wurden. Und auch die USA reizen mich! Dort nahm die neue Bierkultur übrigens 1978, als das Heimbrau-Verbot durch Jimmy Carter aufgehoben wurde, ihren Lauf. Es entstanden kleine Craft Brewerys und somit irgendwann der Begriff Craft Beer. Hier sehe ich immer noch sehr viel Erklärungsbedarf – gerade in Deutschland. Craft Beer steht nicht für fancy Etiketten, einen bärtigen Brauer und Mango-Juice im Bier. Nein! Stattdessen handelt es sich eher um die Rettung und Weiterentwicklung der Biervielfalt, die wir vor langer Zeit hatten. IPA, Pale Ale, Porter – das sind alles Bierstile, die fast in Vergessenheit geraten wären, da Bier zum Industrieprodukt wurde und überall nur noch gleich schmeckte. Heute setzen zum Glück viele Brauer auf die verschiedenen Bierstile, experimentieren mit den klassischen Rohstoffen und vielleicht auch mal mit Früchten, Gewürzen, etc. Aber das fruchtige Aroma im IPA – das ist der Hopfensorte geschuldet, und die schokoladige Kaffeenote im Porter kommt vom Röstmalz.

Wirst du als blonde Frau manchmal komisch angeschaut, wenn du wie selbstverständlich ein Bier bestellst und nicht wie viele Frauen einen Weißwein?
In der Regel ernte ich keine komischen Blicke, aber das kommt selbstverständlich auf die Location drauf an. Wobei ich zugeben muss, dass ich heute oft darauf achte, in welche Bar ich gehe. Eine ordentliche Bierkarte ist schließlich fast ein Garant für einen gelungenen Abend. In Hamburg haben wir mittlerweile eine Vielzahl an guten Bars mit großer Bierauswahl, und dort ist es komplett selbstverständlich, dass Männer wie Frauen Biere wählen. Bier ist dann tatsächlich eher ein Getränk, das man genießt, und kein Durstlöscher.

„So stand ich da plötzlich und ich habe auch abfällige Kommentare kassiert.“

Hast du mit Vorurteilen zu kämpfen?
Als Bierbuch-Autorin passiert das, aber sehr selten. Gerade zu Beginn, als das Buch erschien, gab es bei dem ein oder anderen große Augen. Lag vielleicht aber auch daran, dass ich als kompletter Neuling im Bier-Thema mit dem Buch um die Ecke kam. Ohne Brauerin-Ausbildung, ohne Bier-Sommelière-Auszeichnung, ohne irgendeine nachweisbare bieraffine Vergangenheit. So stand ich da plötzlich und ich habe auch abfällige Kommentare kassiert. Aber mittlerweile kennen mich viele und schätzen meine Herangehensweise, sich unerschrocken einem komplexen Thema zu widmen, um es dann peu à peu aufzurollen, so dass jeder es versteht. Nur noch ganz selten stoße ich auf Vorurteile. Dazu muss man auch sagen, dass es viele tolle engagierte Frauen im Bier-Business gibt, die sich mit Leidenschaft als Sommelière, Journalistin oder Brauerin dem Thema widmen.

Eine Frage noch: Was macht denn deiner Meinung nach Bier zu einem weiblichen Thema?
Bier ist unglaublich vielseitig – die Zeiten, in denen es nur Pils mit ordentlich Bittere aus grünen Flaschen gab, sind vorbei. Stattdessen kann man sich, wenn sich drauf einlässt, auf eine faszinierende Entdeckungsreise begeben: Weltweit gibt es über 100 Bierstile. Die belgische Gueuze zum Beispiel ist feinperlig wie ein Champagner, ein Kriek wird mit Kirschen gebraut, ein New England IPA hat oft tropisch fruchtige Noten, ein Porter schmeckt nach dunkler Schokolade. Und so weiter und so fort. Es lassen sich über 2000 Aromen in Bier erschmecken und erriechen – das sind viel mehr als in Wein. Und diese Aromen zu erkennen, das fällt Frauen oft viel leichter als Männern.

Liebe Sünje, vielen Dank für das Interview. Prost!

Den ultimativen Bier-Guide von Sünje findet ihr auf den verschiedensten Plattformen, unter anderem hier: Thalia.de