Mutmacherin für Herzen

Ilka Brühl. Ein Name, den nicht jeder kennt, sich aber definitiv merken sollte. Diese Frau hat viele Seiten und Talente und will gehört werden, denn sie hat etwas Wichtiges zu sagen. Und wir sollten alle aufmerksam zuhören.

Liebe Ilka, schön, dass du uns ein paar Fragen beantwortest. Podcast, Blog, Instagram, Facebook, Illustratorin und jetzt auch noch Autorin. Das ist aber eine ganze Menge. Was war denn zuerst da?
Eigentlich ein Maschinenbaustudium, aber ich muss selbst grinsen, während ich das sage. Mich haben schon immer sehr viele Dinge interessiert und so kam es noch während des Studiums dazu, dass ich begonnen habe, Fotos von mir auf Instagram und Facebook hochzuladen. Als ich gemerkt habe, wie viel Mut das manchen Menschen macht, die sich anders fühlen, kamen bestärkende Texte dazu. Irgendwann hatte ich so viel zu sagen, dass Blog und Podcast geboren wurden. Und seit diesem Jahr pausiere ich meine Tätigkeit als Maschinenbauingeneurin, um meinen Traum zu verwirklichen als Autorin und Illustratorin von bestärkenden Kinderbüchern mein Geld zu verdienen.

Was davon ist für dich heute das Wichtigste? Hast du etwas, dass du als deinen Hauptberuf bezeichnen würdest?
Das ist noch schwierig zu sagen, weil ich erst seit einem halben Jahr selbstständig bin und mein Bilderbuch noch gar nicht im normalen Handel zu kaufen ist. Noch lebe ich also hauptsächlich von Ersparnissen aus der Maschinenbauzeit. Wenn es aber danach geht, was meine Vision ist, bin ich hauptberuflich Autorin und Illustratorin.

Letzten Monat hast du eine Crowdfunding-Kampagne gestartet für dein erstes Buch. Was hat es mit dem kleinen Kater auf sich? Worum geht es in dem Buch?
Vielleicht ganz kurz für die Leute, die nicht wissen, was es mit einer Crowdfunding-Kampagne auf sich hat. Da ich dieses Buch ohne Verlag herausbringe, konnte man im Juni mein Buch für den September vorbestellen. Mit diesen Einnahmen gehe ich jetzt in den Druck und habe so kein finanzielles Risiko. Mein Buch heißt ‚Milo – der Naschkater‘ und es geht um einen Kater, der sich anders fühlt, weil er kein Fleisch mag. Außerdem hat er den verrückten Traum, Meisterkonditor zu werden. Ausgerechnet eine Maus hilft ihm dann, sein eigenes Café zu eröffnen, das richtig gut ankommt. Mit dem Buch möchte ich mehrere wichtige Botschaften vermitteln. Zunächst einmal, dass niemand wirklich anders ist, weil wir alle unterschiedlich sind. Außerdem lernt Milo, dass er mit allen Tierarten befreundet sein kann, egal wie untypisch das wirken mag. Was mir besonders wichtig war, dass am Ende ganz unterschiedliche Tiere in Milos Café zu Gast sind, damit die Schlussfolgerung nicht ist, dass sich zwei Außenseiter gefunden haben und separat bleiben.

Auf deinem Blog sprichst du von einer Mission, es gibt sogar einen ganz eigenen Abschnitt dafür. Was ist denn deine Mission und was liegt dir am Herzen?
Das stimmt, ich benutze den Ausdruck sehr gerne, weil er gut verdeutlicht, dass es keine kurze Laune ist, sich ein bisschen für die Vielfalt unserer Bevölkerung stark zu machen. Den Podcast und Social Media habe ich fast zwei Jahre nebenberuflich betrieben, was sehr viel Arbeit gemacht hat, aber die Sache war es wert. Mir liegt es am Herzen zu zeigen, dass es ein Vorteil für alle ist, dass wir so unterschiedlich sind. Man muss nicht jeden Menschen mögen und näheren Kontakt suchen. Aber von unserer Diversität kann die Gesellschaft nur profitieren.

Mit deiner ganz besonderen Geschichte und deinen Erfahrungen sich anders zu fühlen, bezeichnest du dich selbst als Mutmacherin. Was bedeutet das?
Im Grunde richte ich mich an zwei Gruppen. Einerseits die Betroffenen – also Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer manchmal anders oder unzureichend fühlen. Und das sind mehr, als man denkt. Ich habe schon so viele Menschen kennengelernt, die auf den ersten Blick das perfekte Leben haben und dennoch nicht mit sich zufrieden sind.

Aber ich möchte mich auch an z.B. Eltern von Kindern richten, die nicht so sind wie die Mehrheit der Gesellschaft und ihnen zeigen, dass sie sich keine Sorgen um ihre Kinder machen müssen.

Beiden möchte ich Mut machen, an sich bzw. die Kinder zu glauben, denn das ist das Wichtigste.

Mit deinem Podcast und deine vielen Posts auf Instagram gibst du den Menschen viel positive Energie und auch Mut. Was ist das Schönste, was du zurückbekommst?
Die lieben Nachrichten und Kommentare, in denen mir Menschen erzählen, wie sich ihr eigenes Denken verändert hat und dass sie glücklicher mit sich selbst sind.

Was treibt dich jeden Tag an, sich für andere Menschen einzusetzen? Was würdest du dir in einer perfekten Welt für dich und auch andere Menschen, die nicht der optischen Norm entsprechen, wünschen?
Hoffentlich ist das einfach irgendwann gar kein Thema mehr. Denn es ist ja eine Illusion, dass in der Gesellschaft alle gleich sind. Manche haben andere, weniger offensichtliche Dinge, die sie unterscheiden. Sobald wir akzeptiert haben, dass wir alle unterschiedlich sind und optische Unterschiede gar nicht mehr so stark wahrnehmen, bin ich zufrieden.

 

Augen und Ohren auf: den zweiten Teil es Interviews gibt es ebenfalls bald online zu lesen.

Wenn ihr mehr über Ilka erfahren möchtet, ihr findet sie hier: www.ilka-bruehl.de 

 

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